Polnische Austauschschüler erlebten spannende Tage am Hochwald-Gymnasium

Endlich war es wieder so weit. Nach sechs Jahren Pause kamen Anfang September 2025 wieder Schülerinnen und Schüler des Lyceums aus dem polnischen Ustrzyki Dolne zu Besuch ans Hochwald-Gymnasium. Die Ankunft der Gäste am Bahnhof in Türkismühle war mit Aufregung verbunden, denn zwei Schülerinnen des HWG konnten unter den ausgestiegenen Fahrgästen ihre polnischen Austauschpartnerinnen nicht finden. Sie saßen noch im Zug, der jedoch bereits wieder abgefahren war, so dass den beiden Gastfamilien nichts anderes übrig blieb, als ihren Gästen nach Sankt Wendel hinterherzufahren.  

Am nächsten Morgen begrüßte die Schulleiterin des HWG, Elke Derdouk, die polnischen Jugendlichen und die beiden Lehrerinnen Agnieszka Roczniak und Danuta Mazur und wünschte allen Austauschteilnehmern eine erlebnisreiche Woche. Die polnischen Schülerinnen und Schüler besuchten am Vormittag zusammen mit ihren deutschen Austauschpartnern einige Unterrichtsstunden sowie einen Yoga-Workshop, den Christina Sauer vom HWG durchführte. Sie hatte zahlreiche Partnerübungen ausgewählt, bei denen sich die Austauschpaare näher kennenlernen konnten. Auch die Führung am Nachmittag durch das Bergwerk in Velsen, bei der „Bergbau zum Anfassen“ geboten wurde, war für alle ein spannendes Erlebnis.   

Es folgten zwei weitere interessante Tage, denn am HWG stand das Schulfest vor der Tür. Die polnischen Schülerinnen und Schüler konnten sowohl an den Vorbereitungen mitwirken als auch am Schulfest zusammen mit ihren Austauschpartnern in deren Klassen die vorbereiteten Projekte präsentieren.

Während der beiden Tage standen auch noch zwei besondere Freizeitaktivitäten auf dem Programm. Zum einen der Besuch der Kletterhalle in Wadern, bei dem die Jugendlichen unter Anleitung erfahrener Bergsteiger die vierzehn Meter hohen Steilwände erklimmen konnten, zum anderen die Teilnahme an einem Workshop, bei dem sie in Partnerübungen Selbstverteidigungstechniken trainierten. Durchgeführt wurde der Workshop von Michael Jung, der Trainer für Escrima ist, ein philippinisches Kampfhandwerk, bei dem die Teilnehmenden lernen sollen, möglichst unbeschadet aus Gefahrensituationen herauszukommen.

Zum Abschluss der Austauschwoche begab sich die Gruppe auf einen zweitägigen Ausflug, der zunächst ins benachbarte Luxemburg und anschließend nach Trier führte. Erstes Ziel der Fahrt war das luxemburgische Winzerdorf Schengen im Dreiländereck Deutschland, Luxemburg und Frankreich.

Dem geführten, kurzweiligen Rundgang „Spirit of Schengen“ folgten die Jugendlichen mit Interesse. Ein Höhepunkt der Führung war der Besuch des historischen Schiffes „Prinzessin Marie-Astrid Europa“, auf dem vor vierzig Jahren das erste Schengener Abkommen unterzeichnet wurde. Zum Jubiläum am 14. Juni dieses Jahres kam das restaurierte Schiff wieder nach Luxemburg zurück und ist seither Teil des Schengen-Museums.

In Luxemburg Stadt angekommen, hatten alle erst einmal Zeit zur freien Verfügung, bevor sich die Gruppe aufteilte und einer polnisch bzw. einer deutsch sprechenden Gästeführerin entlang der Unesco-Promenade folgte, einem abwechslungsreichen Rundgang, der den Besuchern schöne Ausblicke über die Stadt bietet.

Die Busfahrt endete am Abend in Trier, wo die Gruppe übernachtete und am nächsten Tag bei einer zweisprachigen Stadtführung wichtige Sehenswürdigkeiten von Trier, wie die Porta Nigra, den Dom und die Konstantinbasilika erkundete. Nach einem gemeinsamen Mittagessen nutzten alle die verbleibende Zeit vor der Rückfahrt nach Wadern zum Shopping in der Trierer Innenstadt.

Für den Abend war am Noswendeler See ein Grillfest geplant, das von mehreren Eltern mit großem Engagement ausgerichtet wurde. Während die Eltern mit dem Aufbau von Grill und Salatbuffet beschäftigt waren, amüsierten sich die Schülerinnen und Schüler beim Tretbootfahren. Beim anschließenden leckeren Essen konnten sich die Jugendlichen, Eltern und Lehrkräfte über ihre Eindrücke während der zurückliegenden Woche austauschen. Eine musikalische Einlage mit Gitarre und Gesang rundete den gemeinsamen Abend ab. 

Am nächsten Tag verabschiedeten sich die deutschen Schülerinnen und Schüler nach einem gemeinsamen Frühstück in der Schule von ihren polnischen Gästen. Für das schöne Ambiente beim Frühstück sorgte Katrin Gramlich mit einer ansprechenden Tischdekoration. Sie begleitet zum dritten Mal den Austausch mit der polnischen Partnerschule des HWG, zu dem ein Gegenbesuch in Polen gehört, der für Juni 2026 geplant ist und auf den sich jetzt schon beide Seiten freuen.

Zum Glück hatten sich die polnischen Lehrerinnen für die frühere von zwei möglichen Zugverbindungen entschieden, denn auch die Rückfahrt mit dem Zug zum Flughafen ging nicht ohne Aufregung vonstatten. Wenige Minuten nach der Abfahrt von Türkismühle stellte ein polnischer Schüler fest, dass er seinen Rucksack mit Ausweis offenbar am Bahnhof hatte stehen lassen. Sabine Alff, die den Austausch des HWG mit Polen leitet, war noch in Türkismühle, als der Anruf einging. Sie holte den Rucksack und fuhr der polnischen Gruppe, die in der Zwischenzeit in Idar-Oberstein ausgestiegen war, mit dem Auto hinterher. Der Rucksack konnte rechtzeitig vor dem Eintreffen des nächsten Zuges an den reumütigen Schüler übergeben werden.

Die erlebnisreiche Woche war nur mit großzügiger finanzieller Unterstützung möglich, für die sich die Austauschteilnehmer beim Deutsch-Polnischen Jugendwerk, dem saarländischen Ministerium für Bildung und Kultur, der ASKO Europa-Stiftung sowie der Stiftung europäische Kultur und Bildung vielmals bedanken.