Modell Europaparlament
Die saarländische Schule in der Rolle Spaniens
Was haben die stellvertretende Leiterin des Bundespresseamtes, Esther Uleer, die Bevollmächtigte des Landes Bremen beim Bund, Nancy Böhning, und die Bundestagsabgeordneten Chantal Kopf (Grüne), Tilman Kuban, Roland Theis und Philipp Hoffmann (alle CDU) gemeinsam? Sie alle sind in Berlin Schülerinnen und Schülern des Hochwald-Gymnasiums Wadern begegnet. Und das kam so: Acht Schülerinnen und Schüler des HWG haben sich gemeinsam mit Jugendlichen aus allen Bundesländern sowie Tschechien, Luxemburg, Österreich und den Niederlanden in Berlin zusammengefunden, um in einem einwöchigen Planspiel Politik hautnah zu erleben. Sie sind dafür in die Rolle von Europaabgeordneten geschlüpft und haben in acht Ausschüssen Resolutionen zu aktuellen europapolitischen Fragen erarbeitet. Schon seit vielen Jahren nimmt das HWG als saarländische Schule an diesem „Modell Europa Parlament“ teil. In diesem Jahr wurde den Saarländern die Rolle Spaniens zugewiesen.
Esther Uleer brachte in ihrer Eröffnung im Bundespresseamt gut auf den Punkt, welche Erfahrungen die Jugendlichen in der Woche sammeln sollten: „Demokratie ist kein Geschenk. Man muss sie sich immer wieder hart erarbeiten und sie verteidigen.“ In den Ausschüssen war harte Arbeit gefordert, denn in langen Sitzungen wurde um die besten Lösungen und die besten Formulierungen für die Resolutionen gerungen. Schließlich wollte man diese später in der Plenarsitzung präsentieren und möglichst auch eine Mehrheit dafür finden. Die Ausschüsse tagten auch einen Tag in den Landesvertretungen Die Ausschussvorsitzende Anni Winkel vom HWG zum Beispiel arbeitete mit ihrem Ausschuss, der sich mit der Frage nach einer sinnvollen Umsetzung des Grundrechts auf Bildung beschäftigte, in der saarländischen Landesvertretung.
Weiter ging es im parlamentarischen Prozess. Alle Schülerdelegationen schauten sich die acht Resolutionen an und konnten noch Änderungsanträge dazu einbringen. Der Höhepunkt war die Plenarsitzung im Plenarsaal des Bundesrates. Dort nahem die Jugendlichen auf den Stühlen Platz, auf denen sonst die Landesregierungen um Bundesgesetze ringen. An zwei Tagen debattierten sie über die acht Resolutionen, wägten die Argumente ab, hielten Gegenreden gegen die Entwürfe oder verteidigten diese aus Sicht der Ausschüsse. Wie im richtigen Parlament stand am Ende eine Abstimmung, bei der einige Resolutionen angenommen wurden, einige aber auch keine Mehrheit fanden. So erlebten die „Europaabgeordneten“ hautnah mit, dass man für seine Überzeugungen einstehen und für sie kämpfen muss, dass man dabei aber auch in einer Minderheitsposition sein kann. Besser kann man Demokratie nicht erlernen.
Im Bundesrat kam es auch zu einer Fishbowl-Diskussion, der sich die beiden Bundestagsabgeordneten Chantal Kopf und Tilman Kuban stellten. Sie beantworteten zahlreiche Fragen zur aktuellen Politik, die die Jugendlichen an sie richteten. Die saarländische Delegation hatte dann auch noch einen Termin beim anderen Gesetzgebungsorgan des Bundes, dem Deutschen Bundestag. Roland Theis, den die HWG´ler im Zuge ihrer Vorbereitung schon in Wadern getroffen hatten, empfing sie im Bundestag. Dort trafen sie auch Philipp Hoffmann, den Abgeordneten aus dem Wahlkreis Merzig-Wadern, und sie konnten auch ihm noch Fragen stellen. Mit ganz viel Erfahrungen im Gepäck und sehr vielen Eindrücken machten sich die Jugendlichen auf die Heimreise nach Wadern. Jetzt war ihnen auch klar, was gemeint war mit der Aussage „Demokratie ist kein Geschenk. Man muss sie sich immer wieder hart erarbeiten und sie verteidigen.“
Finanzielle Unterstützung für das Projekt hat das HWG bekommen durch die Europaabteilung der Staatskanzlei des Saarlandes. Auf Bundesebene wurde es unterstützt von Erasmus +. Folgende Schülerinnen und Schüler haben als Vertreter des Saarlandes am Planspiel Modell Europa Parlament in Berlin teilgenommen: Moritz Leidinger, Marius Schweitzer, Lotta Berweiler, Elena Della Polla, Leonie Drautz, Samira Afzaal, Milana Japova, Hannah Ludigs; als Ausschussvorsitzende hat Anni Winkel einen Ausschuss in Berlin geleitet. Vorbereitet und betreut wurden die Teilnehmenden von Edwin Didas und Jennifer Brinkert, die beide am HWG Politik unterrichten.
Europapolitik als Schwerpunkt
Europa ist für alle, die sich in der Mediathek des Hochwald-Gymnasiums zu einem Gespräch getroffen haben, ein wichtiges Thema. Roland Theis, seit Februar 2025 Bundestagsabgeordneter, hat bereits in seiner Zeit im Saarländischen Landtag die Europapolitik als Schwerpunkt gehabt. Er war im Europaausschuss und eine Zeit lang auch als Staatssekretär in der Landesregierung für Europafragen zuständig. Auch im Bundestag vertritt er seine Fraktion im Europaausschuss. Außerdem ist er Mitglied im Verteidigungsausschuss und Vorsitzender der deutsch-französischen Parlamentariergruppe. Die Schülerinnen und Schüler des HWG, die ihn eingeladen haben, nehmen an der Schule am Projekt Modell Europa Parlament teil und werden im März bei einem politischen Planspiel in Berlin selbst in die Rolle von Europaabgeordneten schlüpfen. Zur Zeit bereiten sie sich in einer AG auf diese Aufgabe vor. Was lag da näher, als einen „echten“ Europapolitiker einzuladen und mit ihm über Europafragen zu diskutieren.
Theis zeigte sich begeistert von dem Projekt, das seit 23 Jahren vom Waderner Gymnasium angeboten wird. Die Teilnehmer bereiten sich auf aktuelle europäische Fragen vor, zu denen sie in Ausschüssen mit Gleichaltrigen aus allen Bundesländern in Berlin Resolutionen erarbeiten werden, die dann in einer zweitägigen Plenardebatte im Plenarsaal des Bundesrates diskutiert werden. Theis machte deutlich, dass viele der Fragen, die die Jugendliche in Berlin behandeln werden, die Themen Europa und Sicherheit/Verteidigung verknüpfen. Er zeigte auf, dass sich die Situation Europas in zentralen Fragen der Sicherheit in den letzten Jahren grundlegend geändert hat und die Europäer auf diese Änderungen reagieren müssen. Einerseits sei Deutschland nicht mehr „umzingelt von Freunden“, wie man früher die Sicherheitslage eingeschätzt habe, was zu der Schlussfolgerung führte, dass man die Verteidigungsausgaben drastisch reduzieren konnte. Der Krieg Russlands in der Ukraine habe diese Situation grundlegend verändert und Russland sei heute schon dabei, die Aggression auf ganz Europa auszudehnen, z.B. durch Cyber-Attacken und Desinformationskampagnen. Zum zweiten habe sich das Verhältnis der USA zu Europa unter Trump grundlegend verändert. Durchaus selbstkritisch gestand Theis ein, man habe jahrelang als Trittbrettfahrer in der Sicherheitspolitik von den USA profitiert. Da Trump diese Sicherheit für Europa aber nicht mehr garantiere, müsse Europa mehr Eigenverantwortung übernehmen, was sehr teuer werde.
In der Diskussion mit den Schülern ging es auch um viele aktuelle Fragen wie den Wehrdienst, die Rentenpolitik, eine allgemeine Dienstpflicht und die Zusammenarbeit des Bundestages mit dem Europäischen Parlament. Außerdem interessierten sich die Jugendlichen dafür, wie der Alltag eines Bundestagsabgeordneten aussieht, welche Termine er in Sitzungswochen in Berlin hat und wie eine Woche im Wahlkreis aussieht. Auch nach dem Ablauf von Fraktionssitzungen wurde Theis gefragt. So bekamen die „Jung-Parlamentarier“ einen guten Einblick in das Leben eines „echten“ Abgeordneten und sie können ja bald in Berlin selbst Erfahrungen sammeln. Roland Theis lud die Jugendlichen auch noch ein, ihn im Bundestag zu besuchen, wenn sie im März in Berlin sind.
Folgende Schülerinnen und Schüler nehmen im März am Planspiel Model Europa Parlament in Berlin teil: Moritz Leidinger, Marius Schweitzer, Lotta Berweiler, Elena Della Polla, Leonie Drautz, Samira Afzaal, Milana Japova, Hannah Ludigs; als Ausschussvorsitzende wird Anni Winkel einen Ausschuss in Berlin leiten. Vorbereitet und betreut werden die Teilnehmenden von Edwin Didas und Jennifer Brinkert, die beide am HWG Politik unterrichten.
Während ihrer Zugfahrt von Berlin ins Saarland gaben sie dem Radiosender „Unser Ding“ ein Interview
Politikern, die gerade in Berlin waren, kann es schon mal passieren, dass sie noch während der Heimreise von der Presse kontaktiert werden, um ihr Handeln zu kommentieren. Diese Erfahrung machten gerade auch „Jungpolitiker“ vom Hochwald-Gymnasium Wadern. Während ihrer Zugfahrt von Berlin ins Saarland wurden sie vom Radiosender „Unser Ding“ kontaktiert und gaben dem Sender im ICE en Interview, das noch am gleichen Tag auf Sendung ging.
Was ist der Hintergrund? Acht Schülerinnen und Schüler des HWG beteiligten sich eine Woche lang in Berlin am politischen Planspiel „Modell Europa Parlament“. Dabei schlüpften sie in die Rolle von Europaabgeordneten und diskutierten gemeinsam mit Jugendlichen aus allen Bundesländern sowie aus Ungarn und Österreich aktuelle europapolitische Themen. Zu jedem Thema wurde ein Ausschuss gebildet, um eine Resolution, also eine Art Gesetzentwurf, zu erstellen. Thematisch ging es z.B. um die Wirtschaftsbeziehungen der EU zu den USA, den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor den Gefahren sozialer Medien und Künstlicher Intelligenz, den Schutz von Frauen vor geschlechtsspezifischer Gewalt oder die Bekämpfung des Fachkräftemangels in der EU.
Zwei Tage lang berieten die Ausschüsse u.a. in verschiedenen Landesvertretungen. Auch in der saarländischen Landesvertretung tagte ein Ausschuss, der von Svenja Waschbüsch vom Hochwald-Gymnasium geleitet wurde. Er beschäftigte sich mit der Frage nach dem Erhalt der Demokratie in Europa. Begrüßt wurden die „Jung-Parlamentarier“ vom Leiter der Landesvertretung, Staatssekretär Thorsten Bischoff. Auch die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, zur Zeit Präsidentin des Bundesrates, schaute bei den Jugendlichen vorbei und beantwortete einige Fragen zu den aktuellen Sondierungsverhandlungen. Die MEP-Abgeordneten kamen in Berlin noch mit weiteren Politikern in Kontakt. Bei der Eröffnung des Modellparlamentes im Bundespresseamt sprach die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Hoffmann mit den Jugendlichen und stellte sich ihren Fragen. Zu einer Fishbowldiskussion kam die Staatsministerin des Auswärtigen Amtes, Anna Lührmann, zu den Jugendlichen.
Der Höhepunkt der Parlamentssimulation war die zweitägige Plenarsitzung im Plenarsaal des Bundesrates. Die Jugendlichen nahmen dort Platz, wo sonst die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten ihrer Bundesländer sitzen, um auf Bundesebene als Gesetzgeber die Ländermeinung zu vertreten. Hier wurden die acht verfassten Resolutionen beraten und diskutiert. Es ging zu wie in der richtigen Politik: Änderungsanträge wurden diskutiert, in Reden wurde die Resolution vorgestellt. Aus dem Plenum konnte es Gegenreden gegen den Gesetzentwurf geben und der Ausschuss verteidigte seine Vorlage. Am Ende stand dann eine Abstimmung und dabei mussten einige Ausschüsse die Erfahrung machen, dass das Plenum den erarbeiteten Entwurf ablehnte – auch das kann in der echten Politik so geschehen.
Insgesamt konnten die Jugendlichen in dem Planspiel sehr viele Erfahrungen sammeln über den Ablauf des Politikbetriebs. So kann das im Unterricht nicht vermittelt werden. Und dass die Presse sie im Zug bei der Heimfahrt kontaktiert und sie noch im Zug eine Stellungnahme in einem Interview abgegeben haben, haben die Wadern Schülerinnen und Schüler so sicher auch noch nicht erlebt.
Hintergrund: Das Modell Europa Parlament ist ein bundesweites Projekt, an dem aus jedem Bundesland eine Schule beteiligt ist. Das Saarland wird hier seit über 20 Jahren vom Hochwald-Gymnasium Wadern vertreten. Dabei konnte die Schule schon einige Erfolge erzielen. Immer wieder wurden Schülerinnen und Schüler aus Wadern wegen besonders guter Leistungen für die Teilnahme als deutsche Delegierte in internationalen Parlamentssimulationen nominiert. Auch in diesem Jahr ist das einer HWG-Schülerin gelungen. Folgende Schülerinnen und Schüler haben am politischen Planspiel Modell Europa Parlament in Berlin teilgenommen: Samantha Becker-Paredes, Emma Geib, Anni Winkel, Hanna Hero, Shanice Kerscher, Paula-Marie Tibo, Julius Conrad, Jia Zheng Zhang; als Ausschussvorsitzende hat Svenja Waschbüsch einen Ausschuss in Berlin geleitet. Vorbereitet und betreut wurde die MEP-Gruppe von den Politiklehrern Katrin Apotekar und Edwin Didas. Finanzielle Unterstützung hat das HWG bei dem Projekt von zwei Sponsoren erhalten: der Abteilung für Europaangelegenheiten in der Staatskanzlei, an deren Spitze Staatssekretär David Lindemann steht, sowie der Union Stiftung in Saarbrücken.
Die Fotos zeigen die HWG-Delegation im Bundesrat bzw. die Fishbowldiskussion mit Staatministerin Anna Lührmann.
Ausflug in die Vergangenheit - Ausblick in die Zukunft?
Für die eine war es ein Ausflug in die Vergangenheit. Für die anderen vielleicht ein Ausblick auf die Zukunft? Emily Vontz, Bundestagsabgeordnete aus Losheim, besuchte das Hochwald-Gymnasium in Wadern und traf sich mit den Schülerinnen und Schülern, die in diesem Schuljahr an der Arbeitsgemeinschaft „Modell Europa Parlament“ teilnehmen und demnächst nach Berlin fahren, um für eine Woche in die Rolle von EU-Abgeordneten zu schlüpfen. Dabei hat Emily Vontz persönlich einen sehr engen Bezug zu diesem Projekt, denn auch sie hat vor einigen Jahren an dem MEP-Planspiel teilgenommen und nach eigenen Aussagen so den Weg in die Politik gefunden.
Als sie nach einem prägenden Erlebnis gefragt wurde, das für sie entscheidend dafür war, sich politisch zu engagieren, brauchte sie nicht lange zu überlegen: „Als ich als MEP-Delegierte im Bundesrat in Berlin gesessen habe und sich am Ende der Plenarsitzung alle erhoben haben, um die Europahymne zu hören, stand für mich fest, dass ich mich auch weiterhin politisch betätigen möchte.“ Zusammen mit einigen Freunden ist sie daraufhin den Jusos beigetreten und später der SPD. Dann wurde sie gefragt, ob sie für den Bundestag kandidieren möchte. Inzwischen studierte sie Politik in Trier. Sie entschloss sich zur Kandidatur, rechnete aber nicht mit einer realistischen Chance auf ein Mandat. Im Januar 2023 jedoch gab der frühere Außenminister Heiko Maas seinen Sitz im Bundestag ab und Emily Vontz rückte dann mit 22 Jahren als jüngste Abgeordnete in den Bundestag nach. Sie gab an, sich diesen Schritt gut überlegt zu haben. Sie habe schließlich das Mandat angenommen, weil sie sich für die Interessen Jugendlicher im Bundestag einsetzen wollte. Dem neuen Bundestag wird sie aber nicht mehr angehören. Sie verzichtet auf eine erneute Kandidatur, weil sie zunächst ihr Studium abschließen und berufliche Erfahrungen sammeln möchte.
Der politische Weg der jungen Abgeordneten vom HWG in den Bundestag war jedoch nur ein Aspekt, der ihre MEP-Nachfolgerinnen und Nachfolger interessierte. Sie wollten auch wissen, wie der Tagesablauf einer Abgeordneten aussieht, und Emily Vontz berichtete von ihren Aktivitäten im Wahlkreis und auch von ihrem vollen Terminkalender in den Sitzungswochen in Berlin. Auch nach ihren Erfahrungen mit der AfD im Bundestag wurde sie gefragt. Emily Vontz berichtet, dass sie sehr unangenehme Erfahrungen mit AfD-Abgeordneten gemacht habe: „Wie geht man mit Abgeordneten um, die den Holocaust verharmlosen und die in Reden Hass, Hetze und Aggression in den Mittelpunkt stellen? Dies verändert die Stimmung und die Kultur im Bundestag ins Negative.“
Bei der Frage nach den größten Herausforderungen ihrer Amtszeit nannte Emily Vontz drei Aspekte: Erstens sei es nicht leicht gewesen, als junge Frau selbstbewusst genug zu sein, sich als Politikerin in der Öffentlichkeit zu präsentieren, zweitens sei es für sie eine völlig neue Erfahrung gewesen, plötzlich Chefin für sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sein und in diese Rolle zu schlüpfen und drittens habe sie immer wieder mit öffentlicher Kritik und sogar Anfeindungen umgehen müssen.
Die acht Schülerinnen und Schüler, die in diesem Jahr an der MEP-AG des Hochwald-Gymnasiums teilnehmen, hatten noch viele weitere Fragen an die Bundestagsabgeordneten. Bald werden sie dann selbst Erfahrungen auf dem politischen Parkett sammeln. Eine Woche lang simulieren sie in einem politischen Planspiel in Berlin zusammen mit Jugendlichen aus ganz Deutschland und einigen europäischen Ländern, wie es ist, als Europaabgeordnete zu agieren. Sie bereiten sich auf aktuelle europapolitische Fragen vor und werden dazu in Ausschüssen Resolutionen entwerfen, die in einer zweitägigen Plenarsitzung im Bundesrat diskutiert werden. Schirmherrin der Veranstaltung ist in diesem Jahr die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, die als amtierende Bundesratspräsidentin das Hausrecht im Bundesrat innehat und die Schülerinnen und Schüler auch persönlich in Berlin begrüßen möchte. Dort werden die HWG-Abgeordneten auch wieder auf Emily Vontz treffen, die vor zwei Jahren den Vorsitz des MEP-Deutschland-Vereins übernommen hat, der das bundesweite Planspiel organisiert. Auch hier zeigt sich, dass ihre MEP-Vergangenheit Emily Vontz nie losgelassen hat, wie sie auch immer wieder betont: „Ohne meine Teilnahme an den Projekten Jugend debattiert und Modell Europa Parlament am Hochwald-Gymnasium wäre ich diesen Weg niemals gegangen.“ Dass der Weg sie bis in den Bundestag führt, hätte sie sich als 16-jährige Schülerin nie träumen lassen.
Folgende Schülerinnen und Schüler nehmen in diesem Jahr am politischen Planspiel Modell Europa Parlament in Berlin teil: Samantha Becker-Paredes, Emma Geib, Anni Winkel, Hanna Hero, Shanice Kerscher, Paula-Marie Tibo, Julius Conrad, Jia Zheng Zhang; als Ausschussvorsitzende wird Svenja Waschbüsch einen Ausschuss in Berlin leiten. Vorbereitet und betreut wird die MEP-Gruppe von den Politiklehrern Katrin Apotekar und Edwin Didas. Finanzielle Unterstützung erhält das HWG bei dem Projekt von der Abteilung für Europaangelegenheiten in der Staatskanzlei, an deren Spitze Staatssekretär David Lindemann steht.
Eine Woche lang in die Rolle von Politikern schlüpfen
Eine Woche lang Gesetze entwerfen und diese dann in einer Plenarsitzung diskutieren und am Ende darüber abstimmen. Sich eine Woche lang intensiv mit zentralen Fragen der europäischen Politik beschäftigen und dafür Lösungen suchen. Wann haben Schülerinnen und Schüler schon mal die Gelegenheit, dies zu erleben? In dem bundesweiten Planspiel „Modell Europa Parlament“ wird ihnen diese Möglichkeit geboten. Und mitten drin: Neun Schülerinnen und Schüler des Hochwald-Gymnasiums Wadern.
Gemeinsam mit ihrem Politiklehrer Edwin Didas machten sie sich nach Berlin auf, um dort gemeinsam mit Jugendlichen aus allen 16 Bundeländern und aus Luxemburg, Österreich, Tschechien und Belgien über die Rolle der Künstlichen Intelligenz, die Problematik des Nahost-Konfliktes, die Energiewende oder die Integration sozial benachteiligter Jugendlicher aus Sicht der Europäischen Union zu diskutieren. In acht Ausschüssen erarbeiteten die „EU-Parlamentarier“ Resolutionen zu acht aktuellen Themen der europäischen Politik, in denen sie ihre Lösungsvorschläge präsentierten. Danach wurden diese Resolutionen in einer zweitägigen Plenarsitzung diskutiert und es wurde um die besten Lösungen gerungen. Einige „Gesetzentwürfe“ wurden dann nach kontroverser Diskussion vom Parlament abgelehnt, andere wurden angenommen. Auch diese Erfahrung gehört zum parlamentarischen Leben dazu.
Das Planspiel Modell Europa Parlament hat einige Besonderheiten, die es für die Beteiligten zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. So tagen die Ausschüsse z.B. in verschiedenen Landesvertretungen in Berlin und die Plenarsitzung findet an dem Ort statt, wo sonst die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten ihre Rolle im Gesetzgebungsverfahren des Bundes wahrnehmen, nämlich im Plenarsaal des Bundesrates. Dort nehmen die Jugendlichen auf den Plätzen ihrer Landesregierungen Platz oder halten Reden am Rednerpult, das sie sonst nur aus der politischen Berichterstattung im Fernsehen kennen. Vor 160 Zuhörern im vollbesetzten Deutschen Bundesrat eine Rede zu halten, ist schon etwas Besonderes. Außerdem vertritt jedes Bundesland im Planspiel ein Mitgliedsland der EU, um auch die Ländervielfalt zu repräsentieren. So nahmen die Zehntklässler vom Hochwald-Gymnasium in diesem Jahr die Rolle Finnlands ein.
Das hohe Ansehen, das die Parlamentssimulation in der Bundeshauptstadt genießt, wird auch daran deutlich, dass sehr viele „echte“ Politiker sich Zeit nehmen, mit den Jugendlichen zu diskutieren. So stellte sich z.B. der Vorsitzende des Bundestags-Europaausschusses, Anton Hofreiter, den Fragen der Teilnehmer, ebenso wie die amtierende Bundesratspräsidentin und Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig. Bei der Eröffnung des Planspiels in der Landesvertretung von Mecklenburg-Vorpommern wurde die Schülerinnen und Schüler von Europaministerin Bettina Martin und der stellvertretenden Regierungssprecherin der Bundesregierung, Christiane Hoffmann, begrüßt.
Mehrmals hatten die Jugendlichen auch die Möglichkeit, mit der saarländischen Bundestagsabgeordneten Emily Vontz zu sprechen. Sie hat selbst vor einigen Jahren an dem Planspiel teilgenommen und ist seither dem MEP eng verbunden. Seit dem letzten Jahr ist sie auch Vorsitzende des Trägervereins des „Modell Europa Parlament“. In dieser Funktion hielt sie auch eine Festrede, da das Projekt in diesem Jahr 25 Jahre alt wurde und dieser Anlass in einer feierlichen Veranstaltung begangen wurde. Die HWG-Schüler hatten auch die Gelegenheit, sich den Arbeitsplatz von Emily Vontz vor Ort anzuschauen, denn sie wurden von ihr zu einer Tour durch den Bundestag eingeladen.
So konnten die Jugendlichen hautnah erleben, wie Politik gemacht wird, und dabei Erfahrungen sammeln, die sie im normalen Schulalltag so nicht machen können. Alle Politiker äußerten die Hoffnung, dass sie sich auch weiterhin im politischen oder gesellschaftlichen Umfeld engagieren und so zu „Botschaftern Europas“ werden. Alle verwiesen auch darauf, dass bei der Europawahl am 9. Juni in Deutschland schon 16-Jähtige wählen dürfen und dass man auch in seinem persönlichen Umfeld für eine Beteiligung an dieser Wahl werben soll, gemäß dem Motto des diesjährigen MEP: „Europa Erste Wahl!“.
In diesem Jahr haben folgende Schülerinnen und Schüler am Planspiel Modell Europa Parlament in Berlin teilgenommen: Lea Hübschen, Lorenz Schuh, Joline Schütz, Svenja Waschbüsch, Emily Becker, Emma Hilzendegen, Melina Marmitt, Henri Mühlhausen; als Ausschussvorsitzender hat Alexander Jacob einen Ausschuss in Berlin geleitet. Vorbereitet und betreut wurde die Gruppe von Politiklehrer Edwin Didas.
Emily Vontz besucht MEP-Schüler am HWG
In wenigen Wochen werden sie in die Rolle von Abgeordneten schlüpfen und jetzt hatten sie Gelegenheit, mit einer echten Abgeordneten zu diskutieren: Die Rede ist neun Schülerinnen und Schülern des Hochwald-Gymnasiums, die sich zur Zeit intensiv auf das „Modell Europa Parlament“ vorbereiten, das im März in Berlin stattfindet. Gemeinsam mit Jugendlichen aus ganz Deutschland simulieren sie dann in einem politischen Planspiel eine Woche lang die Arbeit im Europäischen Parlament. Auch die politische Karriere von Emily Vontz begann mit diesem Planspiel, denn sie war vor einigen Jahren als Schülerin des HWG selbst Teilnehmerin des MEP in Berlin. Sie erzählte, dass ihre Erfahrungen als Delegierte in Berlin, als deutsche Delegierte beim internationalen MEP und schließlich ihre Rolle als Ausschussvorsitzende beim MEP in Berlin ihre Persönlichkeit geprägt und ihr Interesse an Politik geweckt hätten. „Man lernt vieles, was man sonst in der Schule nicht lernt“, erzählte sie ihren Nachfolgern und appellierte an sie, sich vom „MEP-Spirit“ anstecken zu lassen und sich auch später politisch zu engagieren: „Gerade die aktuelle Situation in Deutschland macht deutlich, dass junge Leute über Politik Bescheid wissen müssen. Politik braucht das Engagement der jungen Menschen!“
Bezüglich der aktuellen Politik kamen viele Fragen der „Europa-Abgeordneten“ an Emily Vontz. Es ging vorwiegend um die Diskussion, die zur Zeit rund um das Thema Rechtspopulismus und AfD geführt wird. Emily Vontz bezeichnete den Bericht von Korrektiv über das Treffen von Rechtsextremisten mit AfD-Politikern als „Paukenschlag“ und machte deutlich, dass die Diskussion um die „Remigration“ auch das politische Klima verändert habe: „Leute mit diesen Fantasien sitzen im Bundestag, im Herzen unserer Demokratie.“ Der Umgangston im Bundestag habe sich dadurch verändert und man spüre eine gewisse Wut und Aggressivität. Die Erfolge der Rechtspopulisten in anderen Ländern hätten deutlich gemacht, dass sich die Gesellschaften dort veränderten, z.B. bei der Einschränkung von Frauenrechten, da in diesen Kreisen ein anderes Frauenbild vorherrsche, als es bisher in unserer Gesellschaft der Fall sei. Emily Vontz machte auch deutlich, dass sie die Demonstrationen demokratischer Kräfte gegen den aufkommenden Rechtspopulismus gut findet. Extrem wichtig sei das Engagement der Demokraten und es sei von großer Bedeutung, dass demokratische Bürger auch ihr Wahlrecht in Anspruch nehmen, um die Demokratie zu stärken. Sie forderte die MEP-Schüler, die im Sommer schon 16 Jahre alt sind, auf, ihr Wahlrecht zur Europawahl wahrzunehmen, denn bei dieser Wahl am 9. Juni gilt ein Wahlalter von 16 Jahren. Sie verwies darauf, dass auch das Planspiel in Berlin ein Motto gewählt habe, das zur Europawahl passt, nämlich „Europa – erste Wahl“.
Auf die diesjährigen MEP-Teilnehmer aus Wadern wartet in Berlin noch ein besonderes Highlight: Das Modell Europa Parlament Deutschland tagt in diesem Jahr nämlich bereits zum 25. Mal und dieses Jubiläum soll in Berlin besonders gefeiert werden. Emily Vontz spielt dabei ebenfalls eine große Rolle: Seit März letzten Jahres ist sie Vorsitzende des Trägervereins „Modell Europa Parlament Deutschland e.V.“ Sie wird bei der Parlamentssimulation in Berlin ebenfalls anwesend sein und hat die Schülerinnen und Schüler aus Wadern bereits zu einem Pizzaessen im Bundestag eingeladen, um ihnen ihren Arbeitsplatz zeigen zu können.
In diesem Jahr nehmen folgende Schülerinnen und Schüler am Planspiel Modell Europa Parlament in Berlin teil: Lea Hübschen, Lorenz Schuh, Joline Schütz, Svenja Waschbüsch, Emily Becker, Emma Hilzendegen, Melina Marmitt, Henri Mühlhausen; als Ausschussvorsitzender leitet Alexander Jacob einen Ausschuss in Berlin. Vorbereitet und betreut wird die Gruppe von Politiklehrer Edwin Didas.
Waderner Hochwald-Gymnasium beteiligt sich engagiert und mit bemerkenswertem Erfolg an dem Polit-Projekt
Haben Sie schon mal Ursula von der Leyen getroffen? Oder Wolfgang Schäuble? Oder Malu Dreyer? Schülerinnen und Schüler des Hochwald-Gymnasiums Wadern können diese Fragen mit „Ja“ beantworten. Sie hatten schon Begegnungen mit diesen Spitzenpolitikern. Wie geht das? Das geht, indem sie am Projekt Modell Europas Parlament teilgenommen haben.
Vor 20 Jahren hat das Kultusministerium Im Saarland eine Schule gesucht, die sich an diesem bundesweiten Projekt beteiligt. Wolfgang Wagner, der damalige Schulleiter des HWG und selbst Politiklehrer, fragte damals Edwin Didas, der gerade neu am Hochwald-Gymnasium als Politiklehrer angefangen hatte, ob er Interesse daran habe, eine Schülergruppe bem Modell Europa Parlament zu betreuen. So begann eine Erfolgsgeschichte, in deren Verlauf mittlerweile 180 Schülerinnen und Schüler aus Wadern in den Genuss kamen, in Berlin am MEP teilzunehmen.
Das MEP ist ein bundesweites politisches Planspiel, bei dem jedes Bundesland durch eine Schule vertreten ist. Die beteiligten Schulen sind Mitglied im Verein „Modell Europa Parlament Deutschland e.V.“, der das Spiel organisiert. Schüler aus ganz Deutschland treffen sich dann in Berlin und simulieren eine Woche lang, wie europäische Gesetze entstehen. Außerdem nehmen immer auch Gastdelegationen aus anderen europäischen Ländern daran teil. In Ausschüssen werden Resolutionen erarbeitet und diese werden anschlipeßend in einer zweitägigen Plenarsitzung diskutiert. Dabei geht es stets um aktuelle europolitische Themen. Höhepunkt der Woche ist die Plenarsitzung im Plenarsaal des deutschen Bundesrates. Die Schülerinnen und Schüler nehmen auf den Sitzen Platz, auf denen sonst die Regierungschefs der Länder über Gesetze beraten.
Es gehört auch dazu, dass im Rahmen der Plenarsitzung Begegnungen mit hochrangigen Politikerinnen und Politikern stattfinden, die sich den Fragen der Jugendlichen stellen. Ein Höhepunkt in dieser Hinsicht war im Jahr 2015 eine Begegnung mit der heutigen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Da damals aufgrund eines kurzfristigen Ausfalls ein Platz in der saarländischen Delegation frei war und dieser besetzt wurde mit einer Schülerin aus Niedersachsen, dem Heimatbundesland von der Leyens, lud die damalige Verteidigungsministerin die Delegierten aus Niedersachsen und dem Saarland zu sich ins Ministerium ein. Sie empfing sie in ihrem Büro und machte persönlich einen kleinen Rundgang mit ihnen. Auch Politikerinnen und Politiker aus dem Saarland waren bereits zum MEP in Berlin eingeladen: die damalige Europaabgeordnete Doris Pack, der europapolitische Sprecher der SPD Bundestagsfraktion, Christian Petry, sowie in diesem Jahr die Bundestagsabgeordnete Emily Vontz aus Losheim.
Emily Vontz hat ihre eigene MEP-Geschichte. Sie hat im Jahr 2017 als Schülerin selbst am Modell Europa Parlament in Berlin teilgenommen. Da sie dort sehr gut agiert hat, wurde sie als deutsche Delegierte nominiert, um Deutschland in einem internationalen MEP zu vertreten. Dies tat sie dann beim MEP Helsinki, das in englischer Sprache durchgeführt wurde. Außerdem leitete sie in Berlin im kommenden deutschen MEP einen Ausschuss. Die Erfahrungen, die sie dabei gemacht hat, haben sie nach eigenen Worten dazu gebracht, sich politisch zu engagieren. Und dieses Engagement hat sie dann im Januar als Nachfolgerin von Heiko Maas in den Bundestag geführt – eine vorbildliche „MEP-Karriere“. Doch die Geschichte geht noch weiter. Der Verein Modell Europa Parlament Deutschland e.V. suchte im Frühjahr 2023 eine neue Vorsitzende und Emily Vontz hat dieses Amt im März in Berlin übernommen. So steht sie jetzt an der Spitze des Trägervereins.
Nicht nur Emily Vontz hat sich von den saarländischen Teilnehmern durch besondere Leistungen ausgezeichnet. In jedem Jahr der Teilnahme hatte das HWG Schülerinnen und Schüler, die für internationale MEP´s nominiert waren. Insgesamt 35 Schülerinnen und Schüler haben in verschiedensten europäischen Städten an solchen internationalen Jugendbegegnungen teilgenommen und in englischer Sprache Resolutionen verfasst und diskutiert. Zwei Jugendliche aus Wadern haben es bis an die Spitze des nationalen MEP´s geschafft: Sebastian Haase war 2012 Präsident des deutschen Modell Europa Parlament. Das gleiche gelang Lizanne Johann im Jahr 2020. Allerdings musste dieses MEP wegen Corona digital stattfinden.
An der Schule hat sich das Projekt fest etabliert und nimmt im Schulprofil eine wichtige Stellung ein. Zur Vorbereitung auf die Projekttage gibt es an der Schule eine AG, in der die späteren Berlinfahrer ihre Fähigkeiten schulen können, die sie beim Planspiel brauchen. Inhaltlich setzen sie sich mit europäischen Themen auseinander. Methodisch geht es darum, wie man sich Wissen zu politischen Themen selbst aneignen kann und vor allem wie man eine überzeugende Rede vor einem größeren Publikum hält. Es ist schließlich keine Selbstverständlichkeit, in Berlin im Plenarsaal des Bundesrates vor 120 Zuschauern ans Rednerpult zu treten. Am Ende der AG steht ein dreitägiges Vorbereitungswochenende, an dem die neuen Teilnehmerinnen und Teilnehmer von den Vorgängerjahrgängen noch einmal gezielt geschult werden. Seit Jahren gibt es im Vorfeld der AG schon einen eigenen MEP-Projekttag für die gesamte Klassenstufe 9. Dabei können die Neuntklässler schon einmal in das Projekt hineinschnuppern, um zu sehen, ob die AG-Teilnahme etwas für sie ist. Auch zur Vorbereitung gehört schon ein Politikergespräch. Die frühere Europaabgeordnete Doris Pack, die Bundestagsabgeordnete Nadine Schön, der heutige saarländische Gesundheitsminister Magnus Jung, die frühere europapolitische Sprecherin Helma Kuhn-Theis und Emily Vontz haben schon solche Termine am HWG wahrgenommen.
Aus Anlass des zwanzigjährigen Jubiläums findet nun am HWG ein Ehemaligentreffen statt, zu dem alle 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingeladen sind. Am 15. Juli feiert das HWG ein großes Schulfest, das unter dem Motto „Europa - in Vielfalt geeint“ steht. Was würde sich besser anbieten, als an diesem Tag die früheren „MEP-Abgeordneten“ einzuladen. Um 11 Uhr wird das Ehemaligentreffen in der Mediothek des Hochwald-Gymnasiums eröffnet. Schon sehr viele „Alt-MEP´ler“ haben ihr Kommen zugesagt und auch Doris Pack ist mit von der Partie. Sie hat die Schirmherrschaft über das Schulfest übernommen. Politiklehrer Edwin Didas wies in der Ankündigung auch darauf hin, dass das Projekt MEP am HWG vielfältig gefördert wird. Besonders die Union Stiftung in Saarbrücken hat sich seit langer Zeit sehr großzügig gezeigt und unterstützt die Schule immer wieder bei der Durchführung des Modell Europa Parlament. Auf Deutschland-Ebene findet eine Förderung durch Erasmus Plus, durch das Bundespresseamt und den deutschen Bundesrat statt.
Schülerinnen und Schüler des HWG trafen hochrangige Politiker
Beim Planspiel „Modell Europa Parlament“ durften Mädchen und Jungen des Hochwald-Gymnasium Wadern in die Rolle von Europa-Politikern schlüpfen. Ein Schüler durfte sogar eine Diskussion im Plenarsaal des Bundesrates moderieren.
Wann hat man schon einmal die Gelegenheit, fünf hochrangige Politiker innerhalb von vier Tagen zu treffen und mit ihnen zu diskutieren? Schülerinnen und Schüler des Hochwald-Gymnasiums Wadern hatten diese Chance in Berlin im Rahmen des Planspiels Modell Europa Parlament.
Bei der Eröffnung des Schülerparlaments waren die Europaabgeordnete Gabriele Bischoff, die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Hoffmann und die Bundestagsabgeordnete Emily Vontz anwesend und beantworteten Fragen der Jugendlichen. Bei der Plenarsitzung nahmen sich der Regierende Bürgermeister von Hamburg und Bundesratspräsident Peter Tschentscher und die Bevollmächtigte Hamburgs beim Bund Almut Möller Zeit für die Schüler. Florian Vogt aus Wadern wurde die Ehre zuteil, die Diskussion mit Almut Möller im Plenarsaal des Bundesrates mit zu moderieren.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen jedoch nicht diese Begegnungen, sondern es ging darum, dass die Jugendlichen aus ganz Deutschland sich selbst als „Europaabgeordnete“ betätigten. Sie schlüpften für eine Woche in diese Rolle und entwarfen in acht Ausschüssen Resolutionen zu aktuellen europapolitischen Themen. Unter anderem wurde diskutiert, wie Europa sich gegen Bedrohungen durch Cyberangriffe wehren kann, wie klimaneutrale Verkehrsnetze in Europa aufgebaut werden können oder welche Einwanderungsstrategie die EU entwickeln sollte.
Deutschlands jüngste Bundestagsabgeordnete besucht ihre alte Bildungsstätte
Die ehemalige HWG-Schülerin Emily Vontz hat mit Schülern aus dem Europa-Projekt des Hochwald-Gymnasiums diskutiert.
Deutschlands jüngste Bundestagsabgeordnete, Emily Vontz (seit Januar als Nachrückerin von Heiko Maas in Berlin), hat ihre alte Bildungsstätte, das Hochwaldgymnasium Wadern, besucht.
Hier habe ihre politische Karriere begonnen, schilderte die junge Abgeordnete im Gespräch mit Schülern und Lehrern. 2017 war Vontz Teilnehmerin am Projekt Modell Europa Parlament, (MEP), das am HWG eine inzwischen 20-jährige Tradition hat.
An der Schule wird das Projekt von Politiklehrer Edwin Didas betreut. Folgende Schüler nehmen in diesem Jahr am MEP in Berlin teil: Neo Meirer, Felicia Sauer, Lena Dickmann, Alexander Jacob, Julia Joseph, Laura Junker, Anne Schumacher und Lara Herrmann. Florian Vogt leitet als Ausschussvorsitzender einen Ausschuss in Berlin.
Bei diesem deutschlandweiten Planspiel schlüpfen Schülerinnen und Schüler in die Rolle von Europaabgeordneten und verfassen in Berlin gemeinsam mit Altersgenossen aus ganz Deutschland politische Resolutionen zu aktuellen europapolitischen Themen, die dann bei einer Plenarsitzung im Deutschen Bundesrat diskutiert und abgestimmt werden.
Emily Vontz sagt selbst über das Projekt: „Bei der Plenardebatte im Bundesrat hat es bei mir klick gemacht. Da habe ich gemerkt, wie toll es ist, sich politisch zu engagieren und selbst etwas bewegen zu können.“ Anschließend trat sie den Jusos und der SPD bei. Bei der Bundestagswahl 2021 kandidierte sie dann auf Platz vier der Landesliste im Saarland und seit Januar sitzt sie im Bundestag. Sie betont, dass sie diesen Weg nie gegangen wäre, wenn sie nicht an der Schule die Erfahrungen in den HWG-Projekten Jugend debattiert und MEP gesammelt hätte.
Beim MEP war sie zunächst saarländische Delegierte in Berlin, dann vertrat sie Deutschland bei einem internationalen MEP in Helsinki und anschließend leitete sie als Ausschussvorsitzende einen Ausschuss beim deutschen MEP in Berlin. Ihre Nachfolger, die in diesem Jahr an der MEP-AG am Hochwald-Gymnasium teilnehmen, hatten natürlich viele Fragen an die neue Bundestagsabgeordnete. Vor allem interessierte sie, wie ihr Arbeitsalltag aussieht. Emily Vontz berichtete, dass sie in den Sitzungswochen in Berlin 60 bis 70 Stunden arbeite. Als Nachrückerin für Maas übernahm sie auch dessen Mitgliedschaft im Bauausschuss. Die Arbeit in diesem Ausschuss sei für sie neu, so dass sie sich hier intensiv einarbeiten müsse. Sie wies darauf hin, dass man sich als Abgeordnete extrem spezialisiere für sein Thema: Im Ausschuss würden die Themen auf die zehn SPD-Abgeordneten aufgeteilt, so dass alle einen speziellen Themenbereich zu verantworten hätten. Als stellvertretendes Mitglied gehört Emily Vontz noch den Ausschüssen für Umwelt und für Europa an.
Als sehr vielfältig bezeichnete Emily Vontz ihre Arbeit im Wahlkreis in den sitzungsfreien Wochen. Hier werde man mit den unterschiedlichsten Themen konfrontiert und versuche, konkret für die Anliegen der Bürger im Wahlkreis Saarlouis / Merzig-Wadern etwas zu erreichen. Über ihre politische Zukunft macht sie sich noch keine konkreten Gedanken: „Zunächst genieße ich mal in den nächsten drei Jahren, die Erfahrungen, die als junge Abgeordnete in Berlin machen darf.“
„Frankreich zwölf Punkte“ – diese Aussage sorgte für Jubelstürme in Wadern.
Klingt nach dem „Eurovision Sing Contest“ – und tatsächlich handelte es sich um eine abgewandelte Form dieses bekannten europäischen Musikwettbewerbs. Die beschrieben Situation spielte sich nämlich im Rahmen des bundesweiten Projektes „Modell Europa Parlament“ ab, bei dem das Hochwald-Gymnasium Wadern seit 20 Jahren das Saarland vertritt. Im Rahmenprogramm mussten die Schülerdelegationen aus ganz Deutschland ein Musikvideo zu dem europäischen Land erstellen, das sie beim diesjährigen Projekt vertreten haben. Da die Schülerinnen und Schüler aus Wadern Frankreich vertraten, gingen sie also mit ihrem Video im „MEP-Songcontest“ an den Start. Zum Lied „Je ne parle pa francais“, das von Ann-Sophie Seiwert gesungen wurde, hatten die HWG-Schüler Videosequenzen gedreht, die typische Klischees über das europäische Nachbarland aufgriffen. Dabei waren sie so überzeugend, dass sie in der Wertung der Ausschussvorsitzenden den ersten Platz belegten und in der Wertung aller Delegierten knapp hinter Schweden (Koblenz) auf Platz zwei landeten.
Bei dem Projekt ging es aber hauptsächlich um ernste politische Themen der Europapolitik. Die Schülerinnen und Schüler aus allen 16 Bundeländern schlüpften für eine Woche in die Rolle von Europaabgeordneten und beschäftigten sich mit Themen wie der Zukunft der Europäischen Mobilität, der Demokratiestärkung bei Jugendlichen, dem Lobbyismus oder den Beziehungen der EU zu Afrika. In acht Ausschüssen erarbeiteten die Jungpolitiker Resolutionen zu diesen Themen, die sie dann in einer zweitägigen Plenarsitzung diskutierten und die am Ende auch per Abstimmung angenommen oder abgelehnt werden konnten.
In der Plenarsitzung wurden auch Reden für oder gegen die Resolutionen gehalten und diese wurden intensiv diskutiert. So hielt Tim Haupert vom HWG eine Angriffsrede gegen den Ausschuss, der sich mit der künftigen Gestaltung der europäischen Außenpolitik beschäftigte. Olaf Stossus hielt für seinen Ausschuss eine Einleitungsrede, in der er die Vorzüge der Resolution zur Förderung der Demokratie bei Jugendlichen in Europa in den Mittelpunkt stellte. Offensichtlich war er überzeugend, denn die Resolution wurde am Ende der Debatte von den Delegierten angenommen.
Im Zuge des Projektes boten dich den Schülerinnen und Schülern auch sehr viele Möglichkeiten, sich mit „echten“ Politikern und Experten auszutauschen. Bevor es in die Ausschusssitzungen ging, nahmen sich acht Experten/Expertinnen 45 Minuten Zeit, um Fragen zu den Themen zu beantworten: drei Universitäts-Professoren, eine Entwicklungshelferin, ein Jugendoffizier, zwei Mitarbeiter der EU-Kommission sowie ein Referent einer politischen Stiftung. Am zweiten Plenartag gab es eine Fishbowl- Diskussion mit den beiden EU-Abgeordneten Delara Burkhardt (SPD) aus Kiel, die auch demnächst den Vereinsvorsitz von MEP Deutschland übernimmt, sowie Karolin Braunsberger-Reinhold (CDU) aus Sachsen-Anhalt. Als ob das nicht genug wäre, konnten Fragen zum Russland-Ukraine-Krieg an Europastaatsministerin Anna Lührmann (Grüne) vom Auswärtigen Amt gestellt werden. In dieser Diskussionsrunde gab es die einmalige Chance für alle, auch nach europäischen Lösungen des Konfliktes zu fragen. Emotional zeigte sich in der letzten Diskussion Dr. Anton Hofreiter (Grüne), der Vorsitzende des Europaausschusses im Deutschen Bundestag. 45 Minuten lang ging es um alle möglichen politischen Themen, sei es Cannabislegalisierung, Globalisierung oder die internationale demokratische Zusammenarbeit. Für die Jugendlichen war es ein einschneidendes Erlebnis, dass diese hochrangigen Politikerinnen und Politiker sich die Zeit nahmen, mit ihnen zu diskutieren und auf ihre Fragen einzugehen. Damit erfüllte sich die Ankündigung der MEP-Präsidentin Fatma Gürel in der Eröffnungsrede des 23. Modell Europa Parlament Deutschland: „Ich bin mir sicher: Hier werden sie ernst genommen!“
Einziger Wehrmutstropfen bei einem ansonsten sehr gelungenen Projekt, bei dem die Jugendlichen sehr viele Erfahrungen sammeln konnten, war die Tatsache, dass das Planspiel coronabedingt erneut nicht in Präsenz in Berlin stattfinden konnte, sondern als Online-Projekt. Das Projekt ist Teil des von Erasmus plus geförderten EU- Jugenddialogs. Das bedeutet, dass die MEP-Resolution zum Thema Jugend tatsächlich den Weg nach Brüssel in den Rat der Jugendminister nehmen wird. Das MEP ist damit eine konkrete Möglichkeit für die jungen Menschen, mitzureden.
Unser Leserreporter Edwin Didas aus Nohfelden
Hintergrund: Seit 20 Jahren vertritt das Hochwald-Gymnasium Wadern beim Projekt „Modell Europa Parlament“ das Saarland. In diesem Jahr nahmen die Jugendlichen aus Wadern die Rolle Frankreichs ein. Folgende Schülerinnen und Schüler des HWG haben teilgenommen: Katharina Dewald, Tim Haupert, Florian Vogt, Nico Helfen, Cilli Thieser, Rosalie Morbe, Ann-Sophie Seiwert, Olaf Stossus; als Ausschussvorsitzende war Amelie Reinert beim MEP dabei und als Ausschussassistent Simon Haupert; in einer AG vorbereitet und beim Projekt betreut wurde die Schülergruppe von Politiklehrer Edwin Didas.
Schüler des HWG Wadern sind in die Rolle von EU-Abgeordneten geschlüpft und diskutierten über Europa.
Kann man Europa-Abgeordneter sein und trotzdem noch seinem normalen Beruf nachgehen? Man kann. Das haben Schülerinnen und Schüler des Hochwald-Gymnasiums Wadern (HWG) unlängst bewiesen. Morgens waren sie in der Schule und nachmittags schlüpften sie in die Rolle von EU-Parlamentariern, um sich Gedanken über die zentralen politischen Fragen zu machen, die die Europäer gerade beschäftigen. Normalerweise wären sie dazu nach Berlin gefahren und hätten sich dort mit Gleichaltrigen aus ganz Deutschland getroffen, doch pandemiebedingt musste die Veranstaltung als Online-Videokonferenz stattfinden, teilt das HWG mit.
Das Planspiel „Modell Europa Parlament“ ist ein bundesweites Projekt, bei dem das Hochwald-Gymnasium das Saarland vertritt. Jugendliche aus 16 deutschen Schulen schlüpfen für eine Woche in die Rolle von Europa-Abgeordneten, entwickeln in Ausschüssen Resolutionen zu wichtigen politischen Fragen und stellen diese dann in einer Plenarsitzung allen Delegierten vor. Dort müssen sie ihre Resolution auch gegen Kritik verteidigen und sich am Ende einer Abstimmung stellen. Die 100 Delegierten ließen also eine Woche lang ihren Ideen freien Lauf und setzen sich für eine fortschrittliche, visionäre Politik ein, um die Fragen zu beantworten: Wie kann sich das Leben in der EU nachhaltig verbessern? Wie wollen wir idealerweise in der Zukunft unseren Alltag bestreiten, damit er für alle Menschen, aber auch Tiere und Pflanzen lebenswert ist? Wie können die Bürger dabei abgeholt werden?
In der Plenarsitzung mussten sie dann zum Teil Erfahrungen machen, die in der „richtigen“ Politik auch dazugehören: Die so mühsam erarbeitete Resolution, die mit Herzblut erstellt wurde, fand im Plenum keine Zustimmung und wurde abgelehnt. So erging es zum Beispiel Amelie Reinert und Kevin Zimmer vom HWG. Beide wurden in ihren Ausschüssen dafür ausgewählt, in einer Schlussrede die Resolutionen zu verteidigen, und beide hielten vor dem MEP-Plenum aus 100 Jugendlichen viel beachtete Reden. Und trotzdem wurden die Resolutions-Entwürfe am Ende knapp abgelehnt. Besser erging es Leni Schmidt aus Wadern. Ihr Ausschuss befasste sich mit der Frage, wie die EU mit antidemokratischen Strömungen umgehen sollte. Sie be- gründete im Plenum einen Änderungsantrag ihres Ausschusses und sorgte so mit dafür, dass der Antrag angenommen wurde. Auch die Resolution ihres Ausschusses fand die Zustimmung der Mehrheit der Abgeordneten.
Ein Highlight war sicher auch die Begegnung mit echten Europaparlamentariern. So diskutierten die Jugendlichen zwei Stunden lang mit Rainer Wieland, der als Vizepräsident des Europäischen Parlamentes eine herausgehobene Stellung in der Europapolitik innehat. Mira Schäfer wollte von ihm wissen, wie das echte Europaparlament zu einem umweltbewussten Parlament werden wolle. Wieland verwies darauf, dass er als Vizepräsident unter anderem auch dafür zuständig sei. Bei einem neuen Parlamentsgebäude in Luxemburg werde streng auf die Umsetzung von Umweltauflagen geachtet. Auch die 28-jährige Europaabgeordnete Delara Burkhardt aus Kiel diskutierte mit den MEP-Delegierten und präsentierte ihre langfristige Vision der Entwicklung der EU zu den Vereinigten Staaten von Europa.
Insgesamt konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wadern in dieser Woche wertvolle Erfahrungen sammeln. Sie lernten – wenn auch virtuell – gleichaltrige Jugendliche aus ganz Deutschland kennen, setzten sich mit wichtigen politischen Fragen auseinander und machten die Erfahrung, wie es ist, vor einem Publikum von 100 Leuten eine Rede zu halten. Gleichzeitig mussten sie auch noch in die Perspektive eines anderen Landes schlüpfen, denn die Waderner Schüler übernahmen im Planspiel die Rolle des EU-Landes Polen. Im Übrigen waren sie dabei sehr erfolgreich, denn sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wadern wurden wegen sehr guter Leistungen für die Teilnahme an einem europaweiten Planspiel als deutsche Vertreter nominiert.
Hochwald-Gymnasium vertritt Irland beim digitalen „Modell Europa Parlament“
Präsidentin Lizanne Johann leitete die Sitzungen.
Internationale Treffen von Politikern auf europäischer Ebene finden zur Zeit meist als Videokonferenzen statt, etwa wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihrem Amtskollegen konferiert. So war es auch in der letzten Woche, als sich die Vizepräsidentin des Europäischen Parlamentes, Katarina Barley, mit „Europa-Abgeordneten“ traf. Moderiert wurde das Treffen von der Präsidentin Lizanne Johann. Das Besondere daran: Die Europa-Abgeordneten waren Jugendliche aus ganz Deutschland, die für eine Woche im Rahmen des Projektes „Modell Europa Parlament“ in die Rolle von EU-Abgeordneten schlüpften. Mit dabei: Eine Schülerdelegation vom Hochwald-Gymnasium Wadern, die das EU-Land Irland vertrat. Das Besondere in diesem Jahr war, dass mit Lizanne Johann eine HWG-Schülerin sogar als Präsidentin des MEP Deutschland fungierte und gemeinsam mit ihre Co-Päsidenten Maximilian Hoffmeister aus Kiel die ganze Woche über das Planspiel leitete und organisierte. Ein Highlight in der Woche war sicherlich die Diskussion mit der „echten“ Parlaments-Vizepräsidentin Katarina Barley, die mit den Jugendlichen über Themen wie Brexit, Rechtsstaatlichkeit, Lobbyismus und Cancel Culture diskutierte.
Bei ihrer Arbeit als EU-Abgeordnete teilten sich die MEP-Delegierten, die bundesweit von jeweils einer Schule pro Bundesland gestellt wurden, in sieben Ausschüsse auf und diskutierten dort aktuelle europapolitische Themen. Es wurden Resolutionen erarbeitet, die sich z.B. mit der europäischen Energiewende, dem Abbau vorhandener sozialer Ungleichheit in Europa, dem Verhältnis der EU zu Afrika oder der Frage, wie man das Engagement Jugendlicher in der EU stärken könnte, beschäftigten.
Diese Resolutionen wurden dann in einer digitalen Plenarsitzung diskutiert und am Ende wurde wie in der richtigen Politik darüber abgestimmt. Die Delegierten griffen sich in der offenen Debatte über die Resolutionen einzelne Punkte heraus, die differenziert diskutiert wurden. Außerdem hielten einzelne Delegierte Reden, um die Resolution entweder vorzustellen, zu verteidigen oder zu kritisieren. So begründete z.B. HWG-Schüler Niels Haßler in einer Rede, warum sein Ausschuss über Arbeit und soziale Angelegenheiten einen Änderungsantrag des Plenums zur Resolution seines Ausschusses ablehnte. Er war erfolgreich mit seiner Rede, da der Änderungsantrag vom Plenum abgelehnt wurde. Matteo Vontz hielt in der Plenardebatte die einleitende Rede, in der er vorstellte, mit welchen Maßnahmen sein Ausschuss das Problem multiresistenter Keime bekämpfen will. Laetitia Sauer aus Wadern verteidigte in ihrer Rede die Vorschläge, die ihr Ausschuss für die Stärkung des EU-Jugendengagements erarbeitet hatte. So sammelten die HWG-Schüler beim Planspiel Modell Europa Parlament vielfältige Erfahrungen und lernten, wie der Politikbetrieb funktioniert. Nebenbei lernten sie Jugendliche aus ganz Deutschland kennen und kamen mit ihnen in Kontakt, auch wenn dieser Kontakt in Coronazeiten nur digital stattfinden konnte.
Die Jugendlichen aus Wadern hatten sich im letzten Schuljahr in einer AG auf die Teilnahme am Modell Europa Parlament vorbereitet. Eigentlich sollte das Planspiel im März in Berlin stattfinden und dort hätte das MEP z.B. im Bundespresseamt und im Plenarsaal des Bundesrates getagt. Eine Woche vor dem Termin kam dann jedoch der bundesweite Corona-Lockdown und das MEP Berlin musste abgesagt werden. Da die Corona-Pandemie immer noch das Leben in Deutschland bestimmt, musste dann auf eine digitale Variante des MEP umgestiegen werden, so dass die Teilnehmer sich nur online über eine Videokonferenz austauschen konnten. Zwar ging dabei einiges vom Flair der Tagungsstätten in Berlin verloren, aber trotzdem war die Teilnahme am Modell Europa Parlament Deutschland für die Waderner Schüler ein Erlebnis und sie konnten wichtige Erfahrungen sammeln.
Hintergrund: Folgende Schülerinnen und Schüler des HWG haben am digitalen MEP teilgenommen: Simon Blug, Niels Haßler, Laetitia Sauer, Matteo Vontz und Leonie Weber; als Ausschussvorsitzende leitete Katharina Wiesen einen Ausschuss beim MEP; Lizanne Johann fungierte als Präsidentin des 21. MEP Deutschland; vorbereitet und betreut wurden die Schülerinnen und Schüler von Politiklehrer Edwin Didas. Finanziell Unterstützung erhielt das Hochwald-Gymnasium für das Projekt von der Union Stiftung in Saarbrücken. Bundesweit wurde das MEP von Erasmus Plus gefördert.
Hintergrund: Die „MEP-Karriere“ von Lizanne Johann: Lizanne Johann, die im Sommer am HWG Abitur gemacht hat, hat beim Projekt Modell Europa Parlament Deutschland alle Stufen durchlaufen, die den Teilnehmern möglich sind. Im Jahr 2018 nahm sie als Delegierte am Modell Europa Parlament in Berlin teil. Dort wurde sie wegen besonders guter Leistungen dafür nominiert, Deutschland bei einer internationalen Parlamentssimulation zu vertreten. So reiste sie im Herbst 2018 als deutsche Delegierte zum internationalen MEP nach Madrid, das in englischer Sprache durchgeführt wurde und an dem Jugendliche aus der gesamten EU teilnahmen. 2019 war Lizanne Johann dann als Ausschussvorsitzende beim nächsten deutschen MEP in Berlin dabei und leitete dort einen Ausschuss. Erneut hat sie dabei herausragende Leistungen gezeigt, was mit einer Nominierung zum Präsidiumsmitglied belohnt wurde. Diese Ehre wird pro Jahr nur drei Schülerinnen bzw. Schülern aus ganz Deutschland zuteil. Im März sollte Lizanne Johann dann in Berlin das deutsche MEP zusammen mit ihren Co-Präsidenten leiten. Da Corona dazwischenkam, nahm sie diese Rolle nun beim digitalen MEP wahr und hielt bei der Eröffnung der Plenarsitzung eine vielbeachtete Rede:


Schüler des Hochwald-Gymnasiums haben im Planspiel Modell Europaparlamenteine Woche lang hautnah erlebt, wie Politik funktioniert. „Ein halbes Jahr lang hatten sie sich in einer AG darauf vorbereitet“, sagt Politiklehrer Erwin Didas. Er hat die Schüler während der Sitzungswoche betreut. „In Berlin haben sie sich mit Gleichaltrigen aus ganz Deutschland, Belgien, Luxemburg, Ungarn und Polen getroffen, um sich mit aktuellen Fragen der Europapolitik auseinanderzusetzen.“
„In acht Ausschüssen machten sich die Jugendlichen dann an die Arbeit, um ihre Lösungsvorschläge für die Flüchtlingskrise, die Bekämpfung des IS oder die Auseinandersetzung mit europäischem Nationalismus zu erarbeiten“, schildert der Politiklehrer. Im Plenarsaal des Deutschen Bundesrates, dort also, wo sonst die Ministerpräsidenten Platz nehmen, sollte sich dann zeigen, ob diese Lösungsvorschläge auch in der gesamten Gruppe mehrheitsfähig waren.

Zuerst erzählt die Bundestags-Abgeordnete, welche Themen sie in ihrer Fraktion vertritt. Sie beschäftigt sich mit den Themen digitale Agenda und Familienpolitik. Dann berichten die Europaabgeordneten von ihren Themen. Dazu gehören Flüchtlingspolitik, der Konflikt in Syrien, die Zunahme des Nationalismus, die Strategie gegenüber der Türkei oder die Biodiversität. Getroffen haben sich die „Abgeordneten“ in der Mediothek des Waderner Hochwald-Gymnasiums.
Die Bundestags-Abgeordnete, die sich mit ihren „Kollegen“ traf, war die stellvertretende CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Nadine Schön. Die „Europa-Abgeordneten“ waren Schülerinnen und Schüler des HWG, die demnächst für eine Woche in die Rolle von Abgeordneten schlüpfen und sich gerade intensiv darauf vorbereiten.
Zu dieser Vorbereitung gehörte auch das Treffen mit der echten Parlamentarierin Nadine Schön und für die Schüler war es spannend, mit ihr über ihrem Abgeordnetenjob und aktuelle politische Probleme zu diskutieren.

Schüler des HWG anlässlich des Planspiels "Modell Europaparlament" zu Besuch in Berlin
„Zuerst machen wir einen kurzen Rundgang und anschließend können wir uns noch in meinem Büro zusammensetzen und Sie können mir dann auch Fragen stellen.“ Dieser so harmlos klingende Satz bedeutete für acht Schülerinnen und Schüler des Hochwald- Gymnasiums (HWG) in Wadern sehr viel, denn keine Geringere als die Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen äußerte ihn zur Begrüßung der Schülergruppe in ihrem Ministerium. Gemeinsam mit einer Schülerdelegation aus Hannover wurden die Waderner Schüler von der Ministerin empfangen, und in lockerer Atmosphäre stand die Frau an der Spitze der Bundeswehr den politikinteressierten Jugendlichen Rede und Antwort.
Wie kam es zu dieser denkwürdigen Begegnung? Die Schülergruppe aus Wadern nahm am Planspiel „Modell Europaparlament“ teil, bei dem Jugendliche aus ganz Deutschland sowie aus Ungarn, Belgien und Luxemburg für eine Woche in Berlin zusammenkommen, um in die Rolle von Europaabgeordneten zu schlüpfen. Sie bereiten sich in einer AG ein halbes Jahr lang darauf vor und beschäftigen sich dann in Ausschüssen mit acht aktuellen Fragen der Europapolitik. Dazu werden Resolutionen erarbeitet und anschließend in der Plenarsitzung debattiert und verabschiedet – ganz wie in der „richtigen“ Politik. Das Hochwald- Gymnasium vertritt in diesem Projekt seit mehr als zehn Jahren das Saarland, die Waderner Schüler schlüpften in diesem Jahr in die Rolle Lettlands.

Einer „echten“ Europapolitikerin im wahrsten Sinne des Wortes über die Schulter schauen konnten acht Schüler des Hochwald-Gymnasiums Wadern, und dabei wollten sie für ihre eigene Rolle als Europapolitiker etwas lernen. Sie nehmen nämlich teil am Projekt „Modell Europa-Parlament“ in Berlin und vertreten dabei das Saarland. Im Rahmen ihrer Arbeitsgruppe hatten sie Helma Kuhn-Theis eingeladen, die Bevollmächtigte der saarländischen Landesregierung für Europaangelegenheiten. Mit ihren Stellungnahmen zu aktuellen europäischen Themen wie Griechenland-Krise, Ukraine-Konflikt oder auch zur aktuellen Frankreich-Strategie der Landesregierung machte die Europapolitikerin ihren „Kollegen“ Lust darauf, europäische Themen anzupacken.
Dies hält Kuhn-Theis besonders im Saarland für wichtig, wie ihre Aussage deutlich machte: „Es ist gut, dass ihr euch mit Europa beschäftigt. Gerade das Saarland mit seiner Grenzlage braucht Europa und die europäische Entwicklung und diese darf durch die aktuellen Krisen nicht in Gefahr geraten!“

„Junge Menschen können heute im wahrsten Sinne des Wortes Europa ‚erfahren’, indem sie die verschiedenen Programme der EU nutzen, um sich eine Zeit lang in einem anderen Land der EU aufzuhalten und dort zu studieren und zu arbeiten.“ Mit dieser Aussage wollte die Europaabgeordnete Doris Pack ihre Zuhörer in Wadern ermutigen, die Austauschmöglichkeiten in der EU zu nutzen und so ihre Kenntnisse über andere Länder Europas zu erweitern.
Dabei stieß sie am Hochwald-Gymnasium Wadern auf offene Ohren. Denn ihre Zuhörer waren Schüler der AG „Modell Europaparlament“, die in wenigen Wochen selbst in die Rolle von Europaabgeordneten schlüpfen. Sie werden eine Woche lang in Berlin das Saarland vertreten und in einem Planspiel zusammen mit Jugendlichen aus ganz Deutschland aktuelle politische Themen der EU debattieren, Resolutionen verfassen und diese dann im Plenum zur Diskussion stellen.

Regierungssprecher Steffen Seibert, ein enger Vertrauter der Bundeskanzlerin, tritt ans Mikrofon und begrüßt im Bundespresseamt in Berlin die Delegierten des „Modell Europaparlaments“ (MEP). In der dritten Reihe rechts lauschen ihm neun Schüler des Hochwald- Gymnasiums (HWG) Wadern, die eine schwedische Flagge am Revers tragen.
Szenenwechsel: Drei Tage später stellt sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble im Plenarsaal des Bundesrates den Fragen der jungen MEP-Abgeordneten, die aus allen Bundesländern sowie aus Belgien und Ungarn angereist waren. Wieder sitzen die Waderner Schüler nur wenige Meter vom Berliner Spitzenpolitiker entfernt und sind so hautnah dabei, als Schäuble auf die Frage, wie sein Traum-Europa aussehe, antwortet: „Einfach, effizient und solidarisch.“
Die Schüler aus dem Hochwald sind jedoch nicht in Berlin, um den Politikern bei ihren Statements zuzuhören. Vielmehr wollen sie selbst Politik gestalten. Eine Möglichkeit dazu bietet ihnen das Planspiel „Modell Europaparlament“, das einmal im Jahr in Berlin stattfindet. Die Jugendlichen beschäftigten sich in Ausschüssen mit acht aktuellen politischen Themen und arbeiteten konkrete Resolutionen dazu aus, die abschließend im Plenum diskutiert wurden. Auf der Agenda der jungen Demokraten standen topaktuelle Themen: Finanzkrise, Atomwaffen, Überfischung, demographischer Wandel und soziale Integration von Jugendlichen.

HWG-Schüler in der Rolle Portugals
Ein portugiesischer und ein britischer Delegierter gehen durch das Rund des Bundesrates und sammeln Unterschriften für einen Änderungsantrag. Sie wollen in die Resolution des Ausschusses für Finanzen eine Verstaatlichung der Banken einbringen, um so die gemeinsame Währung vor weiteren Turbulenzen im Bankenbereich zu schützen. Als sie die erforderliche Anzahl von Unterschriften gesammelt haben, wird der Antrag in die Plenardebatte eingebracht. Der Ausschuss ist entsetzt, da der Antrag gegen die in seiner Resolution festgelegten Grundprinzipien verstößt. Sollte der Antrag durchkommen, will man geschlossen den Saal verlassen. So weit kommt es aber nicht, da eine deutliche Mehrheit im Plenum die geplante Verstaatlichung der Banken abschmettert.
Dieses Geschehen ist Teil des Planspiels „Modell Europaparlament“, zu dem sich Jugendliche aus allen Bundesländern sowie Gleichaltrige aus Polen und Ungarn in Berlin getroffen haben. Unter den 150 Schülern befand sich auch eine Delegation des Hochwaldgymnasiums in Wadern, das seit einigen Jahren das Saarland beim MEP vertritt. In diesem Jahr übernahmen die Waderner die Rolle Portugals. Intensiv beschäftigten sie sich mit aktuellen europa- und weltpolitischen Themen und erarbeiteten Lösungsansätze dafür. Z.B. ging es um den Verbraucherschutz im Internet,
die Beziehungen der EU zu China, den Kampf gegen den Klimawandel oder die Folgen der Eurokrise.

In ihren jeweiligen Ausschüssen erarbeiteten die Teilnehmer Resolutionen zu ihrem Thema. Diese wurden anschließend im Plenum vorgestellt und kritisch diskutiert. Einen besonderen Reiz bekommt das Simulationsspiel durch die authentischen Tagungsorte. So fand die Plenardebatte z.B. im Planersaal des Bundesrates statt, wo Sarah Gillenberg und Chiara Fuljahn auf den Stühlen Platz nahmen, auf denen man bei Fernsehbildern aus dem Bundesrat sonst Peter Müller und Peter Jacoby sitzen sieht. Parlamentarische Gepflogenheiten gelten auch für die „Nachwuchsparlamentarier“ und so lernten sie mit Begriffen wie Resolution, Geschäftsordnungsantrag oder Verteidigungsrede wie selbstverständlich umzugehen. Auch die harte politische Realität holte einige der Jugendlichen ein, denn sie mussten die Erfahrung machen, dass ihre mühsam erarbeitete Resolution im Plenum keine Mehrheit fand und deshalb abgelehnt wurde.
So entstand in der Simulation für die Jugendlichen ein realistisches Bild des „politischen Geschäftes“ und sie konnten Erfahrungen sammeln, die der normale Politikunterricht im Schulalltag niemals vermitteln kann. Vielleicht hat dies bei einigen Teilnehmern ja auch die Bereitschaft geweckt, sich politisch zu engagieren. Diese Hoffnung hatte auch der stellvertretende Regierungssprecher Christoph Steegmans in seiner Begrüßung im Bundespresseamt formuliert, als er den Schülern klar machte: „In der Politik bleibt kein Stuhl leer. Wenn Sie sich nicht um die entsprechenden Ämter bemühen, tun es vielleicht Menschen, mit deren Zielen und Entscheidungen Sie nicht einverstanden sind. Deshalb sollten Sie sich überlegen, ob Sie sich nicht selbst politisch engagieren und ihre Ideen in die Politik einbringen möchten.“

Folgende Schüler aus der Klassenstufe 10 des Hochwald-Gymnasiums haben in diesem Jahr das Saarland beim 12. Modell Europaparlament in Berlin vertreten: Lena Andres, Chiara Fuljahn, Dominik Casper, Julian Philippi, Sarah Gillenberg, Peter Schommer, Philip Michael, Kevin Kuhn. Als Ausschussvorsitzende war Carolina Maier vom HWG dabei. Vorbereitet und betreut wurden die Schüler von Politiklehrer Edwin Didas.

Angelina Krächan, Politiklehrer Edwin Didas, Michelle Jäschke, Mark Fischbach,
Ministerpräsident Peter Müller, Tim Rieck, Christina Willems, Katrin Scherer,
Theresia Töttel, Sarah Maus, Sebastian Haase
Dickes Lob für HWG-Europaengagement durch den Ministerpräsidenten
„Es ist toll, wenn sich junge Menschen so für Europa engagieren!“ Mit diesen Worten lobte Ministerpräsident Peter Müller das Europaengagement von Schüler des Waderner Hochwaldgymnasiums, aber auch gleichzeitig das Projekt, das sie ihm bei einem Besuch in der Staatskanzlei vorgestellt haben. Die Zehntklässler aus Wadern kamen nämlich als Vertreter des „Modell Europaparlament“ in die Staatskanzlei. Sie hatten im vor einigen Monaten an dem politischen Planspiel „MEP“ in Berlin teilgenommen, bei dem sich Schüler aus ganz Deutschland treffen, um europapolitische Themen zu diskutieren. Wie in einem richtigen Parlament entstehen aus diesen Diskussionen Resolutionen, die im Plenum zur Abstimmung gestellt werden und dort – wenn es schlecht läuft für den federführenden Ausschuss – auch abgelehnt werden können. Als die Schüler von dieser Erfahrung und von ihren Bemühungen der Kompromissfindung berichteten,
sah man dem Ministerpräsidenten an, dass er sich in der „richtigen Politik“
ebenfalls mit solchen Dingen auseinandersetzen muss.

Müller machte deutlich, dass der Frieden in Europa die größte Errungenschaft der EU sei, dass dies aber inzwischen als so selbstverständlich erachtet werde, dass man diesen Fortschritt oft vergesse. Auch machte er klar, dass heute 80 Prozent der Gesetze, die in Deutschland gemacht werden, auf Vorgaben der EU beruhten. Deshalb sei es wichtig, sich mit der EU zu beschäftigen. Die Schüler aus Wadern überreichten Peter Müller in seiner Funktion als Bundesratsvorsitzender die Abschlussresolutionen, die das „Modell Europaparlament“ in Berlin erarbeitet hat. Müller ermutigte sie, sich weiter für die europäische Sache stark zu machen und vor allem auch in ihrer Generation für Europa zu werben. Nur so könne das schlechte Image Europas und die Unwissenheit über die Europäische Union überwunden werden. Für die Schüler war es nach ihren Auftritten in Berlin im Bundespresseamt, im Bundesrat und in den Landesvertretungen eine tolle Erfahrung, dass sich auch der Ministerpräsident des Saarlandes so viel Zeit für sie genommen hatte und sie in seinem Kabinettssaal in der Staatskanzlei empfangen hatte. So macht Politik Spaß!

Rund 180 Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe haben sich vergangene Woche fünf Tage lang in die Rolle von Europaabgeordneten versetzt und aktuelle Probleme unseres Kontinents diskutiert. Unter den Nachwuchs-Abgeordneten waren auch Schüler vom Hochwaldgymnasium Wadern
„Manchmal haben wir zehn Stunden am Tag gearbeitet", fasst Christian Willems (15) vom Hochwaldgymnasium die anstrengenden parlamentarische Woche zusammen. Arbeiten, das bedeutet in diesem Fall: diskutieren, debattieren, Konzepte ausarbeiten, Kompromisse finden.
Wie im richtigen Parlament lief die harte Arbeit vor allem in den acht Ausschüssen ab. Denn hier mussten Resolutionen erarbeitet werden, für die dann in der anschließenden Plenardebatte eine Mehrheit gefunden werden musste. Das Besondere am Modell Europa Parlament, das von einem Bonner Verein seit dem Jahr 2000 ausrichtet wird, ist: Die Sitzungen finden an Originalschauplätzen der Politik statt, nämlich im Bundesrat, im Bundespresseamt und in Landesvertretungen. Und alle Schüler sind für das Simulationsspiel mit einer neuen nationalen Identität ausgestattet. Die Waderner Schüler haben in diesem Jahr Litauen vertreten.
Die Delegierten aus den 16 Bundesländern sowie die zwei Gastdelegationen aus Polen und Finnland scheuten sich auch nicht, heiße Eisen anzupacken. So hatten die entscheidungsfreudigen Jungpolitiker keine politischen Schwierigkeiten damit, zur Qualitätssteigerung der Schulbildung eine halbjährliche Fortbildungspflicht für Lehrer zu fordern, zur Bekämpfung der Finanzkrise die Gründung einer gesamteuropäischen Bankenaufsicht anzuregen und zur Bekämpfung des Klimawandels neu anfallenden Energiebedarf nur noch durch erneuerbare Energien zu decken. Alles begründet mit nachvollziehbaren Argumenten.

Richtig zur Sache ging es dann in der zweitägigen Plenardebatte im Bundesrat. Reden und Gegenreden wurden gehalten, Pro und Contra-Argumente vorgebracht, leidenschaftliche Appelle zur Annahme oder Ablehnung der einzelnen Resolutionen an die Abgeordneten gerichtet. Mit dem Ergebnis, dass drei von acht Resolutionen keine Mehrheit im Plenum fanden. Es ist manchmal eben nicht ganz einfach, junge Leute zu überzeugen. Am ersten Tag konnte sich auch der Vertreter des Saarlandes beim Bund, Jürgen Lennartz, von der Qualität der Debatten überzeugen. Im Namen des Ministerpräsidenten Peter Müller, der in diesem Jahr als Bundesratpräsident die Schirmherrschaft über das MEP übernommen hatte, begrüßte er die Delegierten und verfolgte gespannt die Beratung der ersten Resolution. Er musste konstatieren: „So lebendige Diskussionen erlebt man bei den echten Bundesratssitzungen nicht immer!“
Die besten Redner werden mit einer Teilnahme an einer jährlich stattfindenden internationalen Jugendparlaments-Sitzungen belohnt. Dass sie aber schon in Berlin viel gelernt haben, darin sind sich die Jugendlichen einig. „Es ging in erster Linie nicht darum, irgendwelche Forderungen an Politiker zu stellen“, fasst Charlotte Rosenkranz, Präsidentin des MEP 2009, die Woche zusammen,
„sondern darum, den europäischen Traum, den wir hier in Berlin gelebt haben, in der Zukunft mit Leben zu füllen.“

Folgende Schülerinnen und Schüler des HWG haben in diesem Jahr das Saarland beim Modell Europaparlament vertreten: Christina Willems, Angelina Krächan, Michelle Jäschke, Theresia Töttel, Sarah Maus, Katrin Scherer, Max Barth, Tim Rieck. Vorbereitet und betreut wurde die Gruppe von Politiklehrer Edwin Didas.

Seit fünf Jahren ist das Hochwald-Gymnasium die saarländische MEP-Schule. MEP – das steht für „Modell Europaparlament“. Dahinter verbirgt sich ein Verein, der einmal im Jahr ein politisches Planspiel in Berlin durchführt, an dem aus jedem Bundesland eine Delegation teilnimmt. In Berlin übernehmen die Schüler die Rolle von Europapolitikern und erarbeiten in Ausschusssitzungen Resolutionen zu aktuellen politischen Themen. Diese werden anschließend im Plenum debattiert und zur Abstimmung gestellt.
Das Besondere an diesem Planspiel sind die authentischen Tagungsorte. Die Eröffnung findet im Bundespresseamt statt, die Ausschusssitzungen in Landesvertretungen und schließlich als Höhepunkt die Vollversammlung im Plenarsaal des Deutschen Bundesrates. Es gehört schon Mut dazu, dort ans Rednerpult zu treten und vor 140 Zuhörern seine Position zu vertreten.
Vorbereitet auf ihre Rolle in der Bundeshauptstadt werden die Schüler durch die Teilnahme an einer AG. Dabei lernen sie grundlegende Strukturen der EU kennen. Außerdem werden Rhetorikübungen durchgeführt und zum Programm gehört auch ein Vorbereitungswochenende in einer Jugendherberge,
bei dem die Schüler, die in den vorangegangenen Jahren an dem Projekt
teilgenommen haben, den „Neuen“ die notwendigen Kenntnisse vermitteln.
Mittlerweile ist das MEP am Hochwald-Gymnasium zu einer festen Institution geworden. Jeweils acht Schülerinnen und Schüler aus der Klassenstufe 10 können daran teilnehmen und haben damit am HWG eine Möglichkeit, die ihnen keine andere saarländische Schule bieten kann. In Berlin werden Kontakte zu Gleichaltrigen aus ganz Deutschland geknüpft und Freundschaften geschlossen, die über viele Jahre halten. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, durch ein besonderes Engagement beim deutschen MEP für eine ähnliche Veranstaltung auf internationaler Ebene nominiert zu werden, die dann in englischer Sprache stattfindet.

Dabei war das HWG außerordentlich erfolgreich. Schüler aus Wadern waren z.B. in den vergangenen Jahren bei internationalen MEP´s in Amsterdam, Rom, Sofia, Stockholm, Bremen und Nikosia. Nicht zuletzt helfen die beim MEP erworbenen Fähigkeiten im Schulalltag und auch später im Berufsleben weiter. Präsentationstechniken sind hier ebenso gefragt wie Teamfähigkeit und Durchsetzungsvermögen. Alles dies wird beim MEP-Projekt den Teilnehmern vermittelt.
Vorbereitet und betreut werden die Waderner Teilnehmer am Modell Europaparlament durch Politiklehrer Edwin Didas.

























