Europa ist für alle, die sich in der Mediathek des Hochwald-Gymnasiums zu einem Gespräch getroffen haben, ein wichtiges Thema. Roland Theis, seit Februar 2025 Bundestagsabgeordneter, hat bereits in seiner Zeit im Saarländischen Landtag die Europapolitik als Schwerpunkt gehabt. Er war im Europaausschuss und eine Zeit lang auch als Staatssekretär in der Landesregierung für Europafragen zuständig. Auch im Bundestag vertritt er seine Fraktion im Europaausschuss. Außerdem ist er Mitglied im Verteidigungsausschuss und Vorsitzender der deutsch-französischen Parlamentariergruppe. Die Schülerinnen und Schüler des HWG, die ihn eingeladen haben, nehmen an der Schule am Projekt Modell Europa Parlament teil und werden im März bei einem politischen Planspiel in Berlin selbst in die Rolle von Europaabgeordneten schlüpfen. Zur Zeit bereiten sie sich in einer AG auf diese Aufgabe vor. Was lag da näher, als einen „echten“ Europapolitiker einzuladen und mit ihm über Europafragen zu diskutieren.
Theis zeigte sich begeistert von dem Projekt, das seit 23 Jahren vom Waderner Gymnasium angeboten wird. Die Teilnehmer bereiten sich auf aktuelle europäische Fragen vor, zu denen sie in Ausschüssen mit Gleichaltrigen aus allen Bundesländern in Berlin Resolutionen erarbeiten werden, die dann in einer zweitägigen Plenardebatte im Plenarsaal des Bundesrates diskutiert werden. Theis machte deutlich, dass viele der Fragen, die die Jugendliche in Berlin behandeln werden, die Themen Europa und Sicherheit/Verteidigung verknüpfen. Er zeigte auf, dass sich die Situation Europas in zentralen Fragen der Sicherheit in den letzten Jahren grundlegend geändert hat und die Europäer auf diese Änderungen reagieren müssen. Einerseits sei Deutschland nicht mehr „umzingelt von Freunden“, wie man früher die Sicherheitslage eingeschätzt habe, was zu der Schlussfolgerung führte, dass man die Verteidigungsausgaben drastisch reduzieren konnte. Der Krieg Russlands in der Ukraine habe diese Situation grundlegend verändert und Russland sei heute schon dabei, die Aggression auf ganz Europa auszudehnen, z.B. durch Cyber-Attacken und Desinformationskampagnen. Zum zweiten habe sich das Verhältnis der USA zu Europa unter Trump grundlegend verändert. Durchaus selbstkritisch gestand Theis ein, man habe jahrelang als Trittbrettfahrer in der Sicherheitspolitik von den USA profitiert. Da Trump diese Sicherheit für Europa aber nicht mehr garantiere, müsse Europa mehr Eigenverantwortung übernehmen, was sehr teuer werde.
In der Diskussion mit den Schülern ging es auch um viele aktuelle Fragen wie den Wehrdienst, die Rentenpolitik, eine allgemeine Dienstpflicht und die Zusammenarbeit des Bundestages mit dem Europäischen Parlament. Außerdem interessierten sich die Jugendlichen dafür, wie der Alltag eines Bundestagsabgeordneten aussieht, welche Termine er in Sitzungswochen in Berlin hat und wie eine Woche im Wahlkreis aussieht. Auch nach dem Ablauf von Fraktionssitzungen wurde Theis gefragt. So bekamen die „Jung-Parlamentarier“ einen guten Einblick in das Leben eines „echten“ Abgeordneten und sie können ja bald in Berlin selbst Erfahrungen sammeln. Roland Theis lud die Jugendlichen auch noch ein, ihn im Bundestag zu besuchen, wenn sie im März in Berlin sind.
Folgende Schülerinnen und Schüler nehmen im März am Planspiel Model Europa Parlament in Berlin teil: Moritz Leidinger, Marius Schweitzer, Lotta Berweiler, Elena Della Polla, Leonie Drautz, Samira Afzaal, Milana Japova, Hannah Ludigs; als Ausschussvorsitzende wird Anni Winkel einen Ausschuss in Berlin leiten. Vorbereitet und betreut werden die Teilnehmenden von Edwin Didas und Jennifer Brinkert, die beide am HWG Politik unterrichten.

