Verein für Heimatkunde Wadern e.V. startet neue Vortragsreihe

In der neuen Veranstaltungsreihe „Treffpunkt Heimat“ erfährt man Wissenswertes über die Kultur und Geschichte des Hochwaldraumes

Vorträge veranstaltet der 1991 gegründete Verein schon seit geraumer Zeit. Neu ist die Konzeption als Vortragsreihe und ein zugehöriges Programmheft, in dem die Themen und Termine der Saison vorgestellt werden. „Der Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, das kulturelle Leben der Stadt Wadern zu fördern und die Heimatgeschichte zu erforschen und zu veröffentlichen. Mit der neuen Veranstaltungsreihe kommen wir diesem, uns selbst gestellten Auftrag öffentlichkeitswirksam nach“, so Friedrich Ebert, der Erste Vorsitzende des Vereins. Dabei betont der Vereinsvorsitzende, dass mit Wadern das gesamte Stadtgebiet mit seinen vierzehn Stadtteilen gemeint ist und nicht nur der Kernort Wadern. Beim „Treffpunkt Heimat“ geht es darüber hinaus um alle geschichtlichen und kulturellen Themen des Hochwaldraumes und der gesamten Region, „denn ein Ort kann nie isoliert von seiner Umgebung betrachtet werden. Er ist mit seiner Geschichte immer mit regionalen und auch überregionalen Entwicklungen verknüpft“, so Ebert. Den Auftakt zu der Veranstaltungsreihe bilden mit Journalist Jörg Diester und Schulleiter Wolfgang Wagner gleich zwei Vortragende. Unter dem Titel „So war der 3. Weltkrieg“ geht es am Mittwoch, 2. September, um 19 Uhr in der Mediathek des Hochwald-Gymnasiums Wadern um das Bunker-Netzwerk des Kalten Krieges. Zu dieser Anlage gehörte auch der lange völlig geheim gehaltene Bunker unter dem ab 1959 errichteten Gymnasium am Kaisergarten. Im ersten Teil des Vortrags schildert Jörg Diester, der erstmals 2005 Einsicht in die Geheimakten im Bundesarchiv Koblenz erhielt, die Hintergründe zur Entstehung der Regierungsbunker nach dem 2. Weltkrieg, als die Auseinandersetzung der Blöcke im „Kalten Krieg“ folgte. Eine Zeit, in der atomare Abschreckung und die Garantie der gegenseitigen Vernichtung in den Mittelpunkt der Auseinandersetzung rückten. Begleitet von großen Gesten und markanten Ereignissen, probten die Weltmächte Jahrzehntelang den Wandelgang am Abgrund. Doch während Mauerbau oder Kubakrise die Schlagzeilen der Welt eroberten, bereiteten sich die deutschen Regierungen von Bund und Ländern still und geheim auf den 3. Weltkrieg vor. Eine Notstandsplanung wurde im Bonner Innenministerium erstellt, aus der nach einem minutiösen Kennziffernplan der Kriegseinstieg von der ersten Eskalation bis zum atomaren Waffengang geprobt wurde. Doch nicht nur in der Theorie war der Krieg längst unter uns: Mit dem Bau von Bunkeranlagen – nur für die Regierungen – galt das auch wörtlich. Für umgerechnet 2,4 Mrd. Euro spendierte sich die Bundesregierung im Ahrtal ihr „Hotel zum letzten Stündlein“, wie es die Ahr-Bewohner liebevoll nannten. Zwischen Nordseeküste und Alpen entstand ein ganzes Bunkersystem, das bis zum bitteren Ende funktionieren sollte. Was es aus dieser Unterwelt zu organisieren galt, wie man den „Tag X“ regelmäßig von hier probte und wie diese Bunker vorbei an der öffentlichen Wahrnehmung entstanden und betrieben wurden, was schließlich aus ihnen nach Ende des Kalten Krieges wurde, erklärt Jörg Diester, Mitarbeiter in den Dokumentationsstätten „Regierungsbunker, Bad Neuenahr-Ahrweiler“ und „Ausweichsitz Nordrhein-Westfalen“ im Rahmen eines Vortrages am Ausweichsitz des Saarlandes in Wadern. Dabei wird es auch eine mediale Premiere der Protagonisten des Kalten Krieges geben, wenn hier erstmals Bild- und Filmmaterial aus anderen Regierungsbunkern zu sehen ist. Im zweiten Teil erläutert Schulleiter Wolfgang Wagner Einzelheiten zur Waderner Bunkeranlage. Abschließend bietet er den Besuchern die Gelegenheit zur Besichtigung des Bunkers. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen zu allen Veranstaltungen erhalten Sie im Programmflyer, erhältlich im Rathaus der Stadt Wadern oder auf Anfrage unter

Tel.: 06871.1237 bzw. E-Mail: friedebert.w@t-online.de

siehe auch Ausweichsitz

sie auch Artikel der Saarbrücker Zeitung