Was für die Einführung von Ganztagszügen am HWG gerade jetzt spricht:

  • Ganztagszüge am HWG sind rechtlich möglich und finanziell gefördert ab Schuljahr 2009/ 2010.
  • Sie sind individuell gestaltbar im Rahmen des Modellprojekts Selbstständige Schule.
  • Der Bedarf besteht jetzt schon und ist steigend (siehe FGTS).
  • Die Einführung von G 8 hat faktisch (wenn auch bis zur Unerträglichkeit unzureichend und mangelhaft) bereits den ganztägigen Schulbetrieb gebracht.
  • Ganztagszüge sind ein möglicher wenn nicht  zwingender Weg  für eine sinnvolle G 8.
  • Die meisten Schulreformkonzepte empfehlen solche Angebote.
  • Die politische Entwicklung läuft auf die Einrichtung von Ganztagsschulen hinaus.
  • die bisherigen Erfahrungen mit echten Ganztagsangeboten sind positiv.
  • der Wettbewerbsdruck steigt (verbunden mit der Notwendigkeit, Arbeitsplätze und - orte im schulischen Bereich zu sichern).
  • siehe weiter unten: organisatorische Merkmale und Thesen zu den einzuführenden Ganztagszügen am HWG.

Organisatorische Merkmale der am HWG geplanten Ganztagszüge mit exemplarischer Stundentafel:

  • Verteilung des Unterrichts auf zwei Doppelstundenblöcke am Vor - und Nachmittag(darin zeitlich festgelegte Arbeitsgemeinschaften, Projekte, Kursveranstaltungen vor allem am Nachmittag).
  • Dazwischen ein Block mit (zusammen mit der Freiwilligen Ganztagsschule) ausreichend Zeit für Hausaufgaben (mit Betreuung bei Bedarf), Fördermaßnahmen, Mittagessen, Freizeit (Leseraum, Medienraum, Spielecke, Billardraum, Schülerdisco, Bolzplatz, Volleyball, andere Bewegungsspiele, soziale Kontakte).
  • Weitere weitere Fachkräfte (Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen) für diesen Block.
  • Erweiterung der Angebotspalette durch neu entwickelte Unterrichtfächer je nach Stundentafelauslastung.
  • Möglichkeit der Integration außerschulischer Fachkräfte, ehrenamtlicher Helfer.

Stundentafel:

Thesen zu den einzuführenden Ganztagszügen am HWG:

Ganztagszüge ermöglichen die Umsetzung innovativer pädagogischer Konzepte, z.B. bei Unterrichtsformen und Unterrichtsmethoden etwa Gruppen - statt Frontalunterricht:

Von  Ganztagszügen profitieren vor allem die Schüler, da sie die Chance bieten, den Lernprozess interessant und lebensnah zu gestalten. Schüler sind heute in einem herkömmlichen Lehr - und Lernsetting oft nicht mehr ausreichend motivier - und beeinflussbar. Die Ergebnisse der Hirn -, Intelligenz - und Lernforschung kennzeichnen Lernen als sozialen und zugleich individuellen Prozess, der am ehesten in einem angst - und spannungsfreien Raum gelingt. Das Ganztagskonzept verbindet das Lernen im Unterricht mit der optimalen Entwicklung des einzelnen Schülers. Lernprozesse ( auch Lehr-) korrelieren vor allem bei Kindern und Jugendlichen nachweislich mit ausreichend genährten Grundbedürfnissen (Kontakt, Bindung, Autonomie, Selbstwert, Identität, seelisch-geistiges Wohlbefinden) des/der Lernenden/Lehrenden. Die sich ergänzenden professionellen Kompetenzen von Lehrern und sozialpädagogischen Fachkräften ermöglichen eine differenziertere ganztägige Förderung. Die Schule konkurriert heute mit dem veränderten Freizeitverhalten der Schüler, sie tut gut daran, sich schülerorientierter zu gestalten. Neben der Wissens - und Kompetenzaneignung erleben die Kinder und Jugendlichen eine Schule, in die sie gern gehen und in der sie sich wohl fühlen, weil sie Einfluss auf die Gestaltung eines anregungsreichen  Schullebens nehmen und die Kompetenzen aller Lehrer und sozialpädagogischen Fachkräften nutzen können.

Ganztagszüge unterstützen die Familien , die real immer öfter Patchwork - Familien sind, in den doch sehr veränderten Lebensumständen:

Ganztagszüge geben den Eltern und Alleinerziehenden die Sicherheit einer guten pädagogischen Betreuung ihres Kindes. Die geänderten Lebensverhältnisse vieler Kinder sichern schulisches Lernen häufig nicht mehr ausreichend am Nachmittag ab, wobei die Nachmittage durch die Stundenbelastungen nach G 8 weniger und kürzer geworden sind. Die Arbeitsmarktlage zwingt gerade hier im Hochwald Eltern oft dazu, sehr unterschiedliche Arbeitsbedingungen zu akzeptieren und sich sehr flexibel zu zeigen. Der klassische Alleinverdiener kann bei den heutigen Verdienstmöglichkeiten und häufigen Teilzeitarbeitsplätzen die ökonomischen Bedürfnisse der Familie  nicht ausreichend abdecken. Unabhängig davon ist natürlich die Möglichkeit der beruflichen Verwirklichung beider Elternteile eher gegeben.

Die  Einzelkinder haben in Ganztagsschulen die Möglichkeit ihre Kontaktfähigkeit und ihren Umgang mit Gleichaltrigen zu entwickeln.

Außerdem gegen Ganztagsschulen den Schülern die Möglichkeit, die Hausaufgaben unter fachgerechter Betreuung in Phasen hoher Konzentration anzufertigen.

Ganztagszüge  sind sozialer Lebensraum:

Ganztagszüge bieten ihren Schülern und Schülerinnen die Möglichkeit, Freundschaften auch in der Freizeit unkompliziert fortzusetzen, Interessen und Neigungen zu entdecken und ihnen nachzugehen. Außerdem ergeben sich vielfache Gelegenheiten des sozialen Lernens in Gruppen, die sich ansonsten der pädagogischen Partnerschaft weitgehend entziehen. So wird im Zeitalter der Vereinzelung durch z.B.  Internet und andere Medien der für den beruflichen Erfolg wichtige soziale Intelligenzquotient gefördert.

Ganztagszüge erhöhen die Chancengleichheit innerhalb und zwischen den verschiedenen Gesellschaftsschichten und den Geschlechtern :

Ganztagszüge haben gute Möglichkeiten, soziale Chancenungleichheit durch ein gutes Lernklima , differenzierte Förderangebote und ein stabiles soziales Umfeld auszugleichen. Sie bieten vielfältige Anregungen und professionelle Hilfe. Die heute auch hier im ländlichen Bereich wuchernde Nachhilfe wird weitgehend überflüssig. Sport und Freizeitangebote stehen kostenfrei und ohne Problem der Erreichbarkeit zu Verfügung. Ganztagszüge sind so sehr gut geeignet, die Unterschiede in der Lebensrealität und in den Erfahrungen und als Potenziale zur Schaffung von Chancencerechtigkeit zu nutzen. Die Schüler erhalten die Möglichkeit situationsbezogen geschlechtsspezifische sowie auch übergreifende Angebote zu nutzen, die zur Gleichstellung der Geschlechter beitragen

Ganztagszüge fördern und fordern alle Lerntypen, bieten Wege aus Einseitigkeit und mangelnder Komplexität bisheriger Lernumgebungen:

Ganztagszüge bieten Möglichkeit und Raum für ein intensives Lernen und Leben in der Schule, für  unterschiedliche Lerntypen, für Methodenvielfalt und individuelles Lernen. Es wird mehr Rücksicht auf praktisches lernen, Lernrythmen  und Motivation sowie die Bedürfnisse und Interessen der Schüler genommen. Die Lernphasen sind den biologischen Lernrythmen eher angepasst. Ganztagszüge bieten vielfältige Möglichkeiten für ganz unterschiedliche junge Menschen, Leistung zu zeigen und über Anerkennung Selbstwert aufzubauen (siehe oben Grundbedürfnisse). Verhaltensauffälligkeiten und Disziplinprobleme können in der Ganztagsschule mit größtmöglicher Einflussnahme gemeinsam mit den Schülern gelöst werden, da sie mitentscheiden und mitgestalten.

Ganztagszüge sind eine Struktur - und arbeitsmarktpolitische Chance:

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist nicht nur ein privates Problem. Unternehmen haben ein großes Interesse, die Präsenz ihrer Beschäftigten im Betrieb zu sichern. Ab der 9. oder 10. Klasse können die Betriebe und Vereine der Umgebung sich in die nachmittagliche Gestaltung der Ganztagszüge einbringen. Die deutsche Wirtschaft wirbt für ein flächendeckendes Netz an Ganztagsschulen.

Ganztagszüge schaffen auch für Lehrerinnen und Lehrer sowie sozialpädagogische Fachkräfte mehr Lebensqualität und sichern Arbeitort und - platz:

Ganztagszüge bringen für Pädagogen weniger Stress und mehr Berufszufriedenheit, da sie die meisten Arbeitsaufgaben (Stunden - beziehungsweise Gesprächsvor - und Nachbereitung, Korrekturen, Selbststudium, schulinterne  Fortbildung usw.) in der Schule erledigen können und nach Verlassen der Schule wirklich Feierabend haben. Darüber hinaus helfen Ganztagsschulen, Einzelkämpfertum zu überwinden und viele Probleme im Team zu klären.

An vielen Schulen der Umgebung werden derzeit mit Erfolg Ganztagszüge eingerichtet, die deutliche Wettbewerbsvorteile bringen.