Querdenkertage am Hochwald-Gymnasium

In einem zeitlich begrenzten Projekt am Hochwald-Gymnasium werden leistungsstarke, interessierte Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 4 der Grundschulen der Stadt Wadern und der Klassentufe 5 des Hochwald-Gymnasiums Wadern in Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle Hochbegabung Saarland besonders gefördert.

Die Querdenker mit ihrem Projektleiter Edwin Didas
   

Naturwissenschaftlich forschen bei den Querdenkertagen

Äpfel werden für das Mumifizieren vorbereitet.

„Querdenker“ - der Begriff weckt widersprüchliche Assoziationen. Zunächst denkt man vielleicht an „Querulanten“, die oft bis immer „aus der Reihe tanzen“ und denen nie etwas recht zu machen ist. Auf den zweiten Blick ist „quer denken“ ein Talent, ganz unterschiedliche Dinge miteinander zu verknüpfen und damit zu neuen Erkenntnissen oder Lösungen von Fragestellungen zu gelangen.

Interessierten, motivierten und begabten Schüler der Klassenstufen 4 und 5 hat das Hochwald-Gymnasium bereits im Schuljahr 2014/15 mit dem Projekt „Querdenkertage“ (in Zusammenarbeit mit den Waderner Grundschulen und der Beratungsstelle Hochbegabung Saarland IQ XXL in Dillingen) den Freiraum eröffnet, über den regulären Schulunterricht hinaus „quer zu denken“. An jeweils acht Projekttagen pro Schulhalbjahr beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit einem speziellen Projektthema, das zum überwiegenden Teil nach ihren eigenen Wünschen aus vielen verschiedenen Perspektiven bearbeitet wird. Dabei sind die jungen Querdenker immer mit Feuereifer bei der Arbeit. Das Projekt geht aktuell (November 2017) bereits in seine 7. Runde.

Naturwissenschaftliche Aspekte, die die genannte Altersgruppe besonders ansprechen, spielen immer eine wichtige Rolle in den jeweiligen Projekten. Fächerübergreifend werden dabei Biologie, Chemie, Physik und Mathematik mit anderen Wissenschaften vernetzt. In den bisherigen Querdenkertagen wurden von den wissbegierigen Teilnehmern u.a. die Gifttiere Australiens oder die Physik der Sonnenstrahlen ergründet oder die Chemie der altägyptischen Schminke nachvollzogen. Die Geheimnisse von Leuchttieren erwiesen sich als besondere biochemische Reaktionen. Historische Klimaschwankungen wurden in Beziehung zu den aktuell in einem bestimmten Gebiet vorkommenden Pflanzen und Tieren gesetzt, ein anderes Mal staunend erkannt, dass viele unserer alltäglichen Obst- und Gemüsesorten aus ganz anderen Teilen der Welt nach Europa kamen und erst durch Zucht in die heutige Form gebracht wurden. Die Entwicklung der menschlichen Sprachen wurde von den Schülerinnen und Schülern ebenso hinterfragt wie die Physik, die dem Telefonieren zu Grunde liegt. Auch wurde der schon im römischen Reich - für erstaunlich modern anmutende mehrstöckige Häuser - verwendete Zement und die astronomischen Grundlagen unseres Kalenders analysiert und vieles mehr.

Natürlich kommen auch Experimente aller Art nicht zu kurz: So stellten die Schüler mit großem Engagement und erstaunlicher Geduld aus einfachen Mitteln verschiedene Geräte zur Kommunikation über größere Strecken her, mumifizierten Äpfel, backten altrömische Fladen, bauten Musikinstrumente von Naturvölkern und Sonnenuhren nach, mischten Geheimtinten und und und...

Umrahmt wird die Projektarbeit mit einem „Gehirn-Aufwärm-Training“ in Form kniffliger Rätsel, die das räumlich-zeitliche Vorstellungsvermögen und eben das „quer denken“ herausfordern, und „Black Story“-Knobelaufgaben. Den krönenden Abschluss jedes Themas bildet eine Präsentation vor den Eltern und Lehrern, in der die Teilnehmer die Highlights des Projektes vorstellen.

Alles in allem – jede Menge Spaß, Aktivität und verblüffende Erkenntnisse über die Welt, in der wir leben.

   

Querdenkertage am HWG - Da ging vielen Schülern ein Licht auf

Schulübergreifende Kooperation wird groß geschrieben am Hochwald-Gymnasium. Seit zwei Jahren kooperiert die Schule in der Oberstufe mit dem BBZ Hochwald und der Graf-Anton-Schule und bietet eine eigene Eingangsklasse für Schüler dieser Schulen an, die in drei Jahren zum Abitur führt. Neuestes Kooperationsprojekt des HWG sind die „Querdenkertage“, bei denen das Gymnasium mit den Grundschulen der Stadt zusammenarbeitet, um besonders begabte und motivierte Schüler in den Klassenstufen 4 und 5 zu fördern.

Nina und Kevin nehmen mit einer Pipette vorsichtig eine kleine Menge Rotkohlsaft und füllen diese jeweils in ein Reagenzglas mit einer anderen Flüssigkeit ein. Die Zuschauer können beobachten, wie sich dabei die Farbe des Rotkohlsaftes verändert. Berkan und Lukas schreiben etwas mit einer Geheimtinte und machen die Schrift nach dem Trocknen wieder sichtbar. Die Vier gehören zu den Teilnehmern das Projektes „Querdenkertage“ am Hochwald-Gymnasium Wadern. Sie haben sich an acht Projekttagen, an denen sie vom „normalen Unterricht“ freigestellt waren, mit dem Thema „Licht“ beschäftigt. Bei der Projektpräsentation führen sie nun ihren Eltern und Lehrern in Experimenten vor, was sie zur Wahrnehmung von Farben gelernt haben.

Zum vollständigen Artikel der Saarbrücker Zeitung

Die Teilnehmer zusammen mit den Direktorinnen und Direktoren der Kooperationsschulen sowie den beteiligten Lehrern
   

Australien von allen Seiten beleuchtet

Vernetztes Denken: Teilnehmer der Querdenkertage

Dunkle Wolken sind zu sehen im Raum 707 des Hochwald-Gymnasiums (HWG) in Wadern. Ein Junge schaut nach oben und betrachtet diese sorgenvoll. Plötzlich kommt aus einer der Wolken ein Känguru hervor und fliegt am Himmel vorbei. Der Junge verfolgt es am Boden. Es handelt sich um Jonas Görgen aus der Klasse 5d, und das fliegende Känguru wird von Noah Cariers aus der Klasse 5c an einer Stange bewegt. Sie haben gemeinsam mit anderen Schülern des HWG und der Waderner Grundschulen am Projekt Querdenkertage teilgenommen und präsentieren die Ergebnisse ihren Eltern.

Mit den Querdenkertagen hat das Hochwald-Gymnasium in diesem Schuljahr eine Fördermaßnahme gestartet, die sich an besonders begabte, motivierte und interessierte Schüler wendet. An acht Projekttagen pro Halbjahr besuchen diese nicht den normalen Unterricht in ihren Klassen, sondern beschäftigen sich mit einem übergeordneten Projektthema, das aus vielen verschiedenen Perspektiven bearbeitet wird.

Neben dem HWG nehmen daran auch Waderner Grundschüler teil. Bei der Umsetzung des Konzeptes arbeitet die Schule mit der Beratungsstelle Hochbegabung Saarland IQ XXL in Dillingen zusammen. Thema der ersten Projektphase war Australien.

Heike Uhlmann-Schiffler, betreuende Lehrerin der Querdenkertage, erklärt, wie vielfältig die Arbeit an diesem Thema angegangen wurde: „Die Kinder haben sich in den vergangenen Wochen mit der Geografie, der Geschichte und der Pflanzen- und Tierwelt Australiens sowie den Mythen und Sagen der Aboriginies beschäftigt. Außerdem waren auch handwerkliche Fähigkeiten gefragt, da ein Bumerang gebastelt wurde und eine Tasche aus Wollresten, wie sie die Aborigines früher aus Gräsern hergestellt haben.“ Ein weiterer Aspekt: „Nicht nur die Inhalte sind wichtig, sondern auch die vielfältige methodische Arbeit. Die Kinder bekommen hier methodische Fähigkeiten vermittelt, die sie im Laufe ihrer Schulzeit immer wieder einsetzen können, sei es die Kooperation in Partner- oder Gruppenarbeit, die Bearbeitung komplexer Texte, die Gestaltung von Plakaten oder die Präsentation der erzielten Ergebnisse.“

Gerade dabei entdeckten manche Eltern ganz neue Seiten an ihren Kindern. Zwei Mütter äußerten sich erstaunt darüber, dass ihre beiden Söhne bereit waren, vor einem solchen Publikum ihre Arbeitsergebnisse vorzutragen. Dass gerade dies den Kindern großen Spaß macht, davon können sich die Eltern überzeugen. Sie verfolgen die szenische Umsetzung des Märchens „Das erste Känguru“, bekommen anhand der gestalteten Plakate erklärt, was die Besonderheiten der Tier- und Pflanzenwelt Australiens ausmacht. Am Ende können sich die Eltern noch die Projektmappen ihrer Kinder anschauen, die während der acht Querdenkertage entstanden sind. Darin enthalten sind auch zahlreiche Knobel- und Logikaufgaben, die jeweils am Beginn des Tages bearbeitet worden sind. Wie stolz die Kinder auf ihre Ergebnisse sind, machen Sophie und Linda aus der Grundschule Nunkirchen deutlich. Gefragt, was ihnen am besten gefallen hat, antworten sie unisono: „Dass wir heute unsere Ergebnisse unseren Eltern zeigen können!“ Nach den überaus positiven Erfahrungen der ersten Projektphase wird es demnächst weitere Querdenkertage am HWG geben.

Artikel der Saarbrücker Zeitung vom 09.02.2015