LA PALMA

Schülerbericht von Rosanna Thome zum Comenius-Projekt:

Am 22. Februar 2011 starteten wir unser Abenteuer in Richtung La Palma. Zehn aufgeregte Schüler und zwei motivierte Spanischlehrer alias Frau Hans und Herr Boos warteten am Türkismühler Bahnhof hoffnungsvoll auf den Zug, denn noch war es nicht ganz klar, ob wir überhaupt aufgrund zahlreicher Bahnstreiks bis nach Frankfurt kommen würden. Nach kurzer Verspätung hieß es dann Abschied nehmen und auf in Richtung Süden.

Im Flugzeug angekommen konnte dann nichts mehr schiefgehen und selbst Turbulenzen und ein einstündiger Aufenthalt auf Lanzarote überstanden wir gut. Auf La Palma angekommen, waren wir erst mal von den 20°C überrascht und von der Landschaft beeindruckt. Jedoch mischte sich schnell eine gewisse Aufgeregtheit unter uns, denn gleich würden wir auf unsere Austauschschüler treffen. Die Begrüßung viel sehr herzlich aus und wir starteten direkt in unser neues Zuhause auf Zeit.

Der nächste Schock ließ jedoch nicht lange auf sich warten, denn als wir die Schule am nächsten Morgen sahen, waren wir alle leicht perplex. Die Schule erinnerte einen eher an ein Gefängnis. Hoher Zaun, dicke Eisentore die verschlossen wurden, schmale Gänge. Nach einer offiziellen nicht ganz so herzlichen Begrüßung bekamen wir die Schule von innen zu sehen und schätzten unsere Schule immer mehr. Nach ein paar Unterrichtsstunden und einigen Sprachbarrieren später, stand dann auch schon die erste gemeinsame Exkursion zum Roque de los Muchachos, dem höchsten Berg der Insel (2426m), an. Nach dem Durchbrechen der Wolkendecke kamen wir aus dem bewölkten Tal in eine sonnige Bergwelt, die Serpentinen bereiteten einigen aber echte Magenprobleme. Die  anschließende Wanderung war ziemlich anstrengend, aufgrund der Tatsache, dass wir hier  keine solchen Anstiege gewöhnt sind. Von den Palmeros konnten wir in Bezug auf  Wanderbekleidung einiges lernen, denn alle trugen Trainingsbekleidung, was bei solchen  Wegen ziemlich vorteilhaft ist. Natürlich bekamen wir auch einiges zu sehen, wie die Observatorien oder die für La Palma typischen Lanzensprung (salto del pastor). Auch Legenden, wie zum Beispiel zum Felsentor Pared de Roberto wurden uns  nahe gebracht.

Als wir wieder sicher in der Schule waren, starteten wir ins Wochenende. Hier  war jeder bei seiner Gastfamilie und unternahm die unterschiedlichsten Dinge, zum Beispiel  ein Besuch der Westseite der Insel oder man bekam die sogenannten „Freibäder“ im Norden  zu sehen. Besonders auffällig waren aber die Bananenplantagen, die einfach überall auf der  Insel waren. Dienstags brachen wir dann zur nächsten Exkursion auf, wandern! Es ging eine  ganze Weile steil bergauf quer durch den Lorbeerwald und wir bekamen immer mehr Eindrücke  von der einzigartigen Vegetation der Insel. Nach diesem Ausflug waren wir alle relativ fertig  und freuten uns auf einen weiteren gemeinsamen Abend. Wir fuhren alle öfters gemeinsam  in die kleine Hauptstadt von La Palma, Santa Cruz, um dort zu shoppen, Pizza zu essen, die  Kirmes zu besichtigen oder sich kulinarisch weiter zu bilden zum Beispiel mit scharfer roter  Paprikapaste, Mojo Rojo, oder mit Bananenmarmelade. Diese Sachen stießen bei uns auf mehr Anklang als das typische Gofio, dass Palmeros in den verschiedensten Arten zu sich  nehmen, damit sie groß und stark werden.

Donnerstags brachen wir zur Abschlussexkursion in den Süden der Insel auf. Auch hier wurde einigen im Bus wegen der Serpentinen  ziemlich übel. Im Süden angekommen, bestaunten wir alle die kahle Vegetation, denn hier waren noch die deutlichen Spuren des letzten Vulkanausbruchs  zu sehen. Zuerst bewanderten wir einen Vulkankrater, was ein Erlebnis für sich war, denn es  war so windig, dass man dachte, man würde gleich rechts oder links runter  fallen. Anschließend brachen wir zu unserer doch etwas länger als geplanten  Vulkanwanderung auf. Nach vier Stunden auf Vulkangeröll bergab, kamen wir verstaubt zu  unserem Ziel, den Salinen. Von hier aus hatte man einen wunderbaren Blick auf Teneriffa und  La Gomera.

Am Abend war dann unsere Abschiedsfeier, wo wir alle noch einmal zusammen kamen. Es wurde viel gelacht und getanzt, trotzdem waren wir alle ziemlich traurig, das die Zeit schon vorbei war, denn am nächsten Abend (freitags) mussten wir die Insel schon vorzeitig verlassen, da unser Anschlussflug auf Gran Canaria vorgezogen wurde. Morgens in der Schule erwartete uns die nächste Überraschung, denn wegen des Karnevals war in der Sporthalle eine große Feier, mit Modenschau, Tänzen und weiteren Darstellungen. Zum Ende hin überwog aber die Trauer und die Tränen ließen sich nicht weiter unterdrücken. Bedrückt fuhren wir alle zu unseren Gastfamilien, packten unsere Koffer und machten uns auf in Richtung Flughafen. Der Abschied dort war wieder sehr tränenreich, wir hatten die ganze Aufmerksamkeit des Flughafens. Nachdem auch die letzten Tränen vorerst getrocknet waren, flogen wir mit einer winzigen Propellermaschine nach Gran Canaria, wo wir in einem 5 Sterne Hotel untergebracht waren. Hier verbrachten wir noch einen letzten gemeinsamen Abend und freuten uns doch irgendwie auf Zuhause. Nach einem vierstündigen Flug kamen wir dann in Hahn an und waren erst mal von der Kälte geschockt. Nach der Ankunft an der Schule waren wir alle froh, wieder daheim zu sein und erzählten alles was wir erlebt hatten. Nun begannen wir auch, die Tage zu zählen, bis unsere Austauschschüler zu uns kamen, drei lange Wochen.

Alles in Allem waren diese zwölf Tage eine wunderbare Zeit, man hat viele Eindrücke gewonnen, neue Freunde gefunden und die Sprache verbessert. Ein solcher Austausch ist auf jeden Fall eine Erfahrung wert.