Schreibberatung - Übersicht

Wer darf an der Schreibberatung teilnehmen?
Schüler/innen der Klassenstufe 5-7

Was bedeutet Schreibberatung?
- Hilfe zur Selbsthilfe
=> keine Lehrer, sondern Schüler helfen dir, eine Lösung für dein Schreibproblem zu finden

Wo findet die Schreibberatung statt?
Zur Zeit finden Schreibberatungen in der Ganztagsschule/Betreuung bzw. nach Absprache in der Mediothek statt.

Wie und wo kann ich mich anmelden?
- beim jeweiligen Deutschlehrer
- bei Frau Ehring, Sauer oder Vontz

 

Das Schreib- und Lesezentrums am Hochwald-Gymnasium Wadern

1. Was ist ein Schreib- und Lesezentrum?

Prof. Dr. Gerd Bräuer, Schreibpädagoge, der seit 2001 an der Pädagogischen Hochschule Freiburg ein Schreibzentrum aufgebaut hat, beschreibt ein Schreib- und Lesezentrum folgendermaßen:

„In jeder Schule sollte es einen Ort geben, wo Textarbeit transparent wird: durch Schreibworkshops, Lesungen, Schülerzeitung, Peer-Beratung, Projektteams, Projektpräsentationen, Selbstlernmaterial etc. Derartige Angebote, wie sie u.a. durch schulische Schreib- und Lesezentren bereitgestellt werden, helfen Lernenden, sich der eigenen Biographie als Schreibende / Lesende bewusst zu werden, Kompetenzstärken  und –schwächen zu erkennen und damit produktiv umzugehen. Je breiter das Angebot eines SLZ, desto größer die Chance, dass Schüler in irgendeiner Form einmal damit in Berührung kommen und durch dieses Erlebnis eine veränderte Haltung im Umgang mit Texten mit in ihre nächste Ausbildungsphase nehmen.“

Professor Bräuer setzt dabei darauf, dass folgende Grundprinzipien für einen anderen Umgang mit Texten an diesem Ort ihren Platz haben sollen: Textsortenvielfalt organisieren, Feedback einfordern, Leistung veröffentlichen und Arbeitsprozesse und -produkte reflektieren.

2. Inwiefern kann das Schreib – Lesezentrum einen Beitrag zur Förderung unserer Schüler/innen leisten?

Im Schulalltag ist vor allem in den Fächern, in denen ständig Texte produziert werden, in den letzten Jahren deutlich geworden, dass immer häufiger trotz entsprechenden Unterrichts Defizite im souveränen, produktiven und rezeptiven Umgang mit Texten entstehen, die sich von Klasse 5 an bis in die Oberstufe ziehen und die von den Hochschullehrern dann als zunehmende Unfähigkeit von immer mehr Studenten zusammenhängende, korrekte und angemessenen Texte zu formulieren oder solche zu verstehen beklagt wird. Ähnliches gilt erst recht für die Klagen von Lehrmeistern und Handwerkskammern bei Hauptschul- und Realschulabgängern.

Besonders in den unteren Klassen, die ja besonders groß sind, ist deutlich, dass der normale Unterricht nicht zuletzt wegen der Klassengrößen und des 45-Minuten-Taktes auch bei regelmäßiger Textproduktion in den Hausaufgaben eine bestimmte Qualität des Beseitigens von Schwächen und des Beförderns von Stärken nicht leisten kann. Der Unterricht reißt sozusagen die Probleme nur noch an, eine intensive und am einzelnen Schüler orientierte Bearbeitung der Probleme ist immer seltener möglich.

An dieser Stelle kann das Schreib- und Lesezentrum einen wichtigen Beitrag als zusätzliches  und den Unterricht ergänzendes außerunterrichtliches Angebot leisten.

3.  Schwerpunkte des SLZ am Hochwald-Gymnasium Wadern:

Schülerschreibberatung

Schülerschreibberatung heißt, dass ein/e gleichgestellte/r Mitschüler/in anderen Schüler/innen bei ihren Schreibproblemen hilft. Wichtigstes Prinzip dieser Art der Beratung ist die Hilfe zur Selbsthilfe.

Der Schreibberater ist eine Art Trainer, ein Testleser, der hilft, die Qualität der geschriebenen Texte zu verbessern, indem er dem Schreiber Rückmeldung zu dessen Texten gibt.

D.h. Schüler und Schülerinnen, bei denen die Lehrkräfte im Fach Deutsch ein Defizit im Umgang mit Texten, v.a. in der Produktion von Texten feststellen, werden von diesen ins Schreib- und Lesezentrum geschickt. Dort erhalten sie eine individuelle Förderung von ausgebildeten Schülerschreibberater/innen, die gezielt auf die jeweiligen Probleme der Schüler/innen eingehen und gemeinsam mit ihnen Probleme der Textproduktion erarbeiten. Wie umfangreich die Förderung ausfällt, hängt von den individuellen Defiziten der betreffenden Schüler/innen ab. Vermittelt werden soll dabei v.a. auch Textsortenwissen, z.B. wie eine Erörterung oder Erlebniserzählung aufgebaut wird.

Zu Schülerschreibberatern ausgebildet werden Schüler/innen der Klassenstufen acht und neun, die ihrerseits zunächst Schüler/innen der Klassenstufe fünf beraten. Die Ausbildung beginnt am 19.12.06 und dauert bis zu den Osterferien 2007, so dass im Anschluss an die Ferien mit der Schreibberatung begonnen werden kann.

Diese wird nachmittags in der 7./8. Stunde nach vereinbarten Terminen in einem Teil der Mediothek stattfinden.

Workshops

Neben der Schülerschreibberatung werden im SLZ auch Workshops durchgeführt. Geplant sind im laufenden Schuljahr zu Beginn des 2. Halbjahres ein Workshop, der sich mit Selbstlernmaterialien zur Rechtschreibung und Grammatik für die Klassenstufen fünf und sechs beschäftigt, und ein weiterer zur Aufsatzform „Erzählen“.

Kreatives Schreiben

Im Rahmen einer AG für die Mittelstufe lernen Schüler/innen kreative Schreibtechniken, dazu gehören Schreibstrategien zur Ideenfindung, zum Weiterschreiben und auch zum Überarbeiten von Texten, sowie die Grundlagen literarischen Schreibens (Wie schreibe ich eine spannende Geschichte?). Des Weiteren werden in der AG Schreibanlässe geschaffen, die zu kreativen Texten führen, z.B. Schreiben nach Bildern.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die gezielte Teilnahme an Schreibwettbewerben.

 

Zum Tag der Klassenstufe 5  im Schreib-Lese-Zentrum

 „Mir hat es sehr gut gefallen, dass uns erklärt wurde wie wir eine Geschichte schreiben müssen und wir wissen jetzt auch was man alles in eine Geschichte reinschreiben muss. Außerdem haben wir gute Übungen für die nächste Arbeit gelernt.“, so das Feedback eines Schülers der 5. Klasse.

Ein Kennenlernspiel, neue Methodensammlung und Gliederungshilfen standen für 3 Stunden für die 5-Klässler im Schreiblesezentrum auf dem Stundenplan.

Nach Abschluss des Kennenlernspiels  wurden die Schüler in Gruppen von jeweils einem Schreibberater/in betreut. Dort wurden sie mit der Lernmethode Brainstorming und Cluster bekannt gemacht. Diese Methoden erleichtern und beschleunigen die Ideenfindung. Anschließend folgte das Anwenden der neu erlernten Methoden. Zu dem wurde gemeinsam eine Gliederungshilfe zum Aufbau eines Aufsatzes mit Hilfe der W-Fragen entwickelt und von den Schülern angewendet. Die 5-Klässler hatten die Möglichkeit ihre Ergebnisse vorzustellen und gegebenenfalls wurden diese zusammen korrigiert, da die Schreibberatung nach dem Grundsatz „Hilfe zur Selbsthilfe“ handelt.

„Ich fand es toll, dass Julia uns nicht gesagt hat, was wir falsch gemacht haben, sondern uns geholfen hat, selbst drauf zu kommen. Außerdem war sie sehr nett zu uns.“ 

Von Julia Trampert und Julia Willems (beide 11)

Allgemeines:

  • Der Tag wurde mit 99% positiv bewertet, einige Schüler/innen haben zwar Negatives aufgelistet aber immer in Verbindung mit Positivem.

Was war besonders gut?

  • Keine Hausaufgaben
  • Lockerer als regulärer Deutschunterricht
  • Tolles Einstiegsspiel
  • Gute Methoden (Cluster und Brainstorming) zur Ideenfindung beim Aufsatz schreiben
  • Es wurde lachend gelernt
  • „nette ältere Schüler“
  • „ich würde es gerne noch einmal machen“

Kleines Bonmot am Rande: „Es gibt nichts zu ferbessern“ (Originalzitat)

Was hat dir nicht so gut gefallen?

  • Die Gruppen wurden festgelegt
  • „Übungen wie richtig in der Schule“
  • zu lange (einmal genannt)
  • zu viel zu schreiben (einmal genannt)

 

Auswertung der Schülerrückmeldung zu diesem Tag (von Katrin Scherer (11))