Rede des chinesischen Wirtschaftsministers von heftigen Protesten begleitet

Als der chinesische Wirtschaftsminister ans Rednerpult tritt, kommt es zu tumultartigen Szenen im Saal. Mehrere Delegationen, darunter Israel, das sich von China bedroht fühlt, verlassen den Saal. Aktivisten von Amnesty International und Greenpeace machen mit Plakaten und lautstark gerufenen Slogans ihren Protest deutlich und der Minister hat Mühe, seine Botschaft den Delegierten zu vermittel

Proteste von Amnesty International gegen die Rede des Arabischen Staatsministers

Was sich nach einem Vorfall bei der UNO oder einer anderen internationalen Konferenz anhört, hat sich in Wahrheit im Europäum, dem großen Tagungssaal der Europäischen Akademie in Otzenhausen, abgespielt und die Akteure sind keine realen Minister, sondern Schülerinnen und Schüler des Hochwaldgymnasiums in Wadern. Sie sind für vier Tage in die Rollen der Regierungschefs, Staatsminister, Wirtschaftsminister oder Oppositionsführer verschiedener Weltregionen geschlüpft, um im Planspiel Polis zu erfahren, wie Politik funktioniert und wie in einer globalisierten Welt politische Ereignisse weltweite Auswirkungen haben.

Unter der Leitung der Jugendoffiziere Jan Wölfl und Jens Ruschmaritsch mussten die Schüler sich über den Austausch von Wirtschaftsgütern verständigen, sicherheitspolitische Entscheidungen wie Auf- und Abrüstung treffen, internationale Verträge aushandeln und politische Probleme lösen, mit denen sie für ihre Weltregion konfrontiert wurden. Diese Probleme waren sehr vielfältig und so machten sich die Teilnehmer z.B. Gedanken über das Drogenproblem in Südamerika, den Walfang in Japan und die Umweltverschmutzung in China. Da andere Schüler die Rolle von NGO´s wie Greenpeace und Amnesty International übernahmen, musste immer auch mit Protesten gerechnet werden. Außerdem gab es zwei Presseteams, die das Geschehen kritisch verfolgten und in ihren Presseschauen über zentrale Ereignisse berichteten. So wurde die Rolle der Medien als Kontrollorgan und „vierte Gewalt“ den Schülern hautnah bewusst.

Die Wirtschaftsminister beraten an der Börse über die Verteilung der Ressourcen

Die Teilnehmer, die von Politiklehrer Edwin Didas betreut wurden, belegen am Hochwaldgymnasium alle einen Politik-Leistungskurs und waren deshalb mit vielen der angesprochenen Themen schon vertraut. Dennoch bekamen sie im Planspiel einen anderen Blick auf das politische Geschehen, da sie plötzlich selbst in die Rolle von Akteuren schlüpfen mussten. Selbst Politiker sein ist schließlich etwas anderes, als sich theoretisch mit Politik zu beschäftigen. Für viele war es auch eine neue Erfahrung, an einem Rednerpult zu stehen, die eigenen Position vor 60 Zuhörern glaubhaft darstellen zu müssen und sich dann auch noch kritischen Fragen zu stellen. So wurden quasi nebenbei Fähigkeiten vermittelt, die viele Firmen heute als Schlüsselqualifikationen bezeichnen und die bei der Bewerbung um eine Lehr- oder Arbeitsstelle immer wichtiger werden. Und schließlich hat Polis auch den Teilnehmern noch jede Menge Spaß bereitet, was man auch daran gesehen hat, dass sie sich immer besser in ihre Rolle hineinversetzt haben. Wie oben erwähnt: Leicht hatte es der chinesischen Wirtschaftsminister nicht gerade bei seiner Rede, aber er hat allen Anfeindungen zum Trotz seine Position klar gemacht und sich nicht beirren lassen von den Protesten. Da bleibt nur zu sagen: Lernziel erreicht!