Hochwald-Gymnasium nimmt wieder am Comenius-Programm der EU teil

Die Schule erhält 16 000 Euro Fördergelder für die Schuljahre 2009/2011

Das Hochwald-Gymnasium Wadern nimmt erneut am Comenius-Projekt der Europäischen Union teil. Die Verantwortlichen waren vom Projektentwurf der Schule so angetan, dass Sie dem HWG insgesamt 16.000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung stellen. „Regionale Identität im Spiegel von Literatur, Musik und Kunst“ lautet der Titel des Schulprojektes, das von der Sekundarschule IES Las Breñas auf der Kanareninsel La Palma und dem Hochwald-Gymnasium in den kommenden zwei Schuljahren bearbeitet wird. Das Ziel der bilateralen Partnerschaft besteht vor allem in der vertiefenden Entdeckung und Erforschung der eigenen Region. Dabei stehen Sagen und Legenden, moderne regionale Literatur, Malerei und musikalische Zeugnisse im Vordergrund der Kooperation mit der spanischen Schule. In Las Breñas wird Deutsch unterrichtet und am HWG ist Spanisch 3. Fremdsprache. Dadurch können die beteiligten Schüler der Jahrgangsstufe 11 im Verlauf des fächerübergreifenden Projektes nicht zuletzt ihre Sprachkenntnisse erheblich vertiefen. Die beteiligten Fächer sind Deutsch, Spanisch, Geographie, Geschichte, Musik und Kunst.

Bereits im Schuljahr 2006/2007 fand ein Austausch mit einer Schule auf Palma statt, der sich mit geografischen und wirtschaftlichen Fragen im Saarland und auf der Kanareninsel auseinandersetzte. Projektleiter Rudolf Boos, der am HWG die Fächer Spanisch, Französisch und Katholische Religion unterrichtet, freut sich, dass die EU das von ihm entwickelte Vorhaben in das Comenius-Programm aufgenommen hat. Er ist sich sicher, dass dieses Projekt viele Schüler und Schülerinnen interessieren und begeistern wird.

Ein Blick in die Zukunft? HWG nimmt an der Ausschreibung eines neuen Comenius-Projektes teil

 

Foto: R.Boos

 

Projekttitel: Regionale Identität im Spiegel von Literatur, Musik und Kunst. 
Potenzielle Partnerschule: IES Las Breñas (La Palma) Kanarische Inseln

Das Ziel der bilateralen Partnerschaft besteht vor allem in der vertiefenden Entdeckung und Erforschung der eigenen Region anhand von literarischen (Sagen und Legenden, moderne zeitgenössische Literatur), künstlerischen (Plastiken, Malerei) und musikalischen Zeugnissen. Das kulturelle Erbe der Vergangenheit und das Erscheinungsbild moderner, regionalbezogener Schriftstellerei und Kunst (auch lokaler Traditionen wie Feste und Bräuche) sollen dabei auf ihre Vielfalt und Reichhaltigkeit hin untersucht werden. Damit sollen die Grundlagen eines identitätsstiftenden ästhetisch vermittelten Kulturverständnisses aufgedeckt werden, das durch fächerübergreifendes und interkulturelles Lernen stimuliert wird. Im Verlauf der Projektarbeit werden daher insbesondere die Sprachkenntnisse der Schüler für das gemeinsame Tun gefordert und gefördert, da sie für eine Sichtung und das Verständnis der zu sichtenden und zu untersuchenden Textquellen, für die Gespräche mit den Autoren sowie für die Erstellung der Dokumentation unabdingbar sind. Darüber hinaus werden die teilnehmenden Schüler für die sprachlichen Besonderheiten der Sagen und Legenden sensibilisiert (Mündlichkeit/Schriftlichkeit) und setzen sich mit dem kulturellen Erbe der Vergangenheit und seiner Ausstrahlung auf die Gegenwart auseinander.

Die Schüler und Schülerinnen sollen dazu befähigt werden, Basisinformationen zu kulturgeschichtlichen Aspekten der Vergangenheit und der Gegenwart ihrer Region unter methodischer Anleitung ihrer Fachlehrer zusammenstellen, zu dokumentieren und sie einer größeren Öffentlichkeit in ihren jeweiligen Landesteilen zugänglich zu machen. Sie sollen insbesondere eine Art Itinerar der kulturgeschichtlich bedeutsamen Stätten auf der Homepage ihrer Schule entwerfen, um die Verbindung von Sagen/Legenden mit topologischem Hintergrund zu verzahnen.

Im Rahmen des Projektes sollen die Zielorte für die Erkundigungen (Ursprungsorte der Legenden/Sagen) gezielt aufgesucht werden, um die angestrebten Aufgaben und Vorhaben zu gestalten und zu bewältigen. Darüber hinaus sind durch den anzustrebenden Gegenwartsbezug des Projektes Gespräche mit zeitgenössischen Autoren geplant (vgl. Detailplanung 2010/2011), um die Verschränkung von dem Erbe der Vergangenheit mit regionaler Identität der Gegenwart sichtbar zu machen. Die Schüler lernen so eine konkrete Praxis des interkulturellen Lernens kennen, die sich in der Erstellung einer aussagekräftigen Materialsammlung (Fotos, Diagramme, landeskundliche Dossiers) niederschlägt und mit Hilfe informationstechnischer Medien aufbereitet und verfügbar gemacht wird. Es ist beabsichtigt, eine Art online-Führer zu erstellen, der auf die Wege und Routen verweist, an denen Legenden und Sagen entstanden sind, die im Fokus der Projektarbeit stehen. Die beteiligten Schüler und Schülerinnen sollen anhand von Literatur (insbesondere Legenden und Sagen), Kunst und Musik Züge regionaler Identitätsmuster entdecken und in der Lage sein, ihre Kenntnisse und Informationen dazu Schülern aus anderen Ländern (bzw. den Schülern der Partnerschule) zu vermitteln. Die Teilnehmer an dem Projekt sind Schüler der 10. und 11. Jahrgangsstufen. Das fächerübergreifende Projekt (mit Schwerpunkt auf der regionalen Literatur), orientiert sich darüber hinaus an schulischen Basiskompetenzen (bzw. der Bildungsstandards) wie sie vom Europaparlament empfohlen werden und wie sich in den Lehrplänen der beteiligten Fächer finden. Die beteiligten Fächer sind: Deutsch, Spanisch, Sport, Geographie, Geschichte, Musik und Kunst. Die Schüler und Schülerinnen sollen im Verlauf des Projektes Recherchen zu folgenden Themen vornehmen: - (Volkstümliche) Legenden/Sagen in der jeweiligen (Groß)region La Palma/Saarland - zeitgenössische Autoren der beiden Regionen und ihre literarische Ausstrahlung/Rezeption - regionale Musik (bzw. Folklore) - Wander(wege), die mit den zu untersuchenden literarischen Texten in Beziehung stehen -Traditionelle/volkstümliche Sportarten, die einen Bezug zur regionalen Identität herstellen (Anm.: etwa „lucha canaria“ – eine Ringkampfportart auf La Palma und den „salto del pastor“: hiermit wird auf das Hüten der Ziegen im bergigen und unwegsamen Landesinneren angespielt; der Ziegenhirt sprang mit einem grossen Stab den Ziegen hinterher, die sich zu sehr von der Herde entfernten). Diese Tradition wird als Sportart kultiviert und steht in unmittelbarem Zusammenhang mit einer weiteren Legende („El salto de los enamorados“ – wörtl.: „der Sprung der Verliebten“), deren Tradition im Bezug auf ihren Ursprungsort ausgelotet wird.) - weitere lokale Referenzen (Kunst, Musik), die einen Bezug zur Thematik aufweisen Die Schüler(innen) werden im Verlauf der Projektarbeit zu bestimmten Legenden/Sagen (bzw. zu den weiteren genannten Aspekten der regionalgeschichtlichen Identität) eine Art kulturgeschichtlicher Reiseführer erstellen, der online präsentiert wird und durch Fotos sowie informationstechnisches Knowhow zur Geltung kommen soll. Dabei kann jede beteiligte Schule ihre eigene Webseite gestalten (in der Mutter- und Partnersprache) und gewährleistet durch regelmäßige Evaluation eine ständige (kritische) Bestandsaufnahme des jeweils erreichten Projektfortschritts. Dazu werden den teilnehmenden Schülern und Schülerinnen alle verfügbaren Materialien zur Verfügung gestellt.

(Auszüge aus der Antragsprosa (18.2.2009), die auf La Palma während eines Besuchs bei der potenziellen Partnereinrichtung verfasst wurde …)
   
   
   

Schüler des Hochwald-Gymnasiums nahmen im Schuljahr 2006/2007 am Comenius-Programm der Europäischen Union teil 

Die Projektthemen als pdf-Datei:

   

2009-2011


„Regionale Identität im Spiegel von Literatur, Kunst und Musik“


Abschlussdokumentation zum bilateralen Projekt zwischen dem Hochwald-Gymnasium (Wadern) und dem IES Las Breñas (La Palma/Canarias) (pdf-Datei 12MB)

siehe auch Schülerbericht von Rosanna Thome zum Comenius-Projekt: