Hochwald-Gymnasium hatte Schüler der kalifornischen Vanden High School zu Gast

Schweren Herzens und mit Tränen in den Augen nahmen 19 amerikanische Austauschschüler im Alter von 17 und 18 Jahren Abschied von ihren neu gewonnenen Freunden vom Hochwaldgymnasium sowie deren Familien. Für rund vier Wochen waren sie auf Gegenbesuch im Hochwald, nachdem die Waderner HWGler im Frühjahr in Amerika bei den Gleichaltrigen der Vanden High School in Fairfield (Kalifornien) weilten und dort viele Erfahrungen mit der anderen Kultur gesammelt haben.

„Diese freundschaftlichen Beziehungen und die kleinen, gemeinsamen Momente werden wir in unserem Leben wohl nie mehr vergessen“, gewährten Selina Schneider und Annika Brust Einblicke in die beiden unterschiedlichen und doch gleichen Schülergruppen, die sich im Rahmen von GAPP (German American Partnership Program) kennen gelernt hatten.

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Schwerer Abschied nach vier Wochen

Francesca Wendels und Magdalena Schmitt berichten über ihren Besuch einer High School in Kalifornien.

An einem Dienstag ging es für uns schon früh morgens los, um von Frankfurt aus mit dem Airbus A380 der Lufthansa, dem weltgrößten Passagierflugzeug, nach San Francisco zu fliegen. Aufgrund der verschiedenen Zeitzonen kamen wir dann um 18 Uhr amerikanischer Zeit an der Schule an, wo unsere Gastfamilien uns herzlich empfangen haben.

In den folgenden Tagen stellten wir uns auf unseren neuen Alltag in unseren amerikanischen Familien ein, lernten viele Unterschiede zwischen dem deutschen und dem amerikanischen Alltag kennen, besonders in der Schule. Uns wurden viele Gegensätze zwischen den verschiedenen Bildungssystemen bewusst und wir lernten, den eigenen Unterricht in Deutschland aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Innerhalb der ersten drei Wochen machten wir viele Ausflüge mit der Gruppe, aber auch mit unseren Familien. Wir besuchten San Francisco mehrere Male, die Universität in Davis, wir statteten einer Grundschule sowie einer Middle School einen Besuch ab und erzählten den interessierten amerikanischen Schülern Dinge über Deutschland. Außerdem durften wir die Air Force Base in Fairfield besichtigen.

In der letzten Woche des Austauschprogramms war der so genannte Springbreak, auf deutsch die Frühlingsferien. Viele Familien unternahmen Ausflüge mit ihren Gastschülern in die umliegenden Städte, wie zum Beispiel Sacramento. Manche von uns bekamen sogar die Möglichkeit, Los Angeles zu besuchen und über den Walk of Fame zu laufen.

In den letzten vier Tagen besuchten wir den Yosemite National Park im Norden Kaliforniens. Abgelegen, untergebracht in Hütten, nahmen wir uns eine Auszeit vom amerikanischen Le- bensstil und verbrachten die gemeinsame Zeit in der atemberaubenden Natur, die der Nationalpark zu bieten hat. Zwischen gigantischen Wasserfällen, überdimensional großen Bergen und wunderschönen Seen, die die ohnehin schon beeindruckende Landschaft widerspiegelten, wanderten wir umher und genossen die Ruhe als Kontrast zum hektischen Alltag.

Nach vier Tagen in der Natur ging es nun zum letzten Mal für uns in die Schule. Wir nutzten diese Gelegenheit, um uns von den Lehrern zu verabschieden, die uns in diesen Wochen so herzlich in ihren Unterricht aufgenommen hatten. Ebenso mussten wir Abschied von unseren neu gewonnenen Freunden nehmen. Das fiel uns allen schwer, denn in diesen vier Wochen waren wir näher zusammengewachsen, als wir es uns hätten vorstellen können. Neben all den neuen Erfahrungen, die man in einem fremden Land machen kann, sind es besonders die zwischenmenschlichen Be- gegnungen, die einem in Erinnerung bleiben.

   

Davis in Kalifornien in den USA - ein Austausch mit Tradition

Wann genau der erste Austausch mit einer amerikanischen Schule stattgefunden hat, das ließ sich gar nicht mehr genau herausfinden. Schon in den 70-er Jahren des letzten Jahrhunderts hat es wohl die ersten Bemühungen gegeben und nach mehreren Versuchen mit verschiedenen Schulen aus verschiedenen Gegenden der USA etablierte sich dank der persönlichen Beziehungen des damaligen Englischlehrers Herr Kahlert der Austausch mit der Universitätsstadt Davis im mittleren Kalifornien als feste Größe im Schulleben unserer Schule.

Mindestens seit 20 Jahren haben nun unsere Schüler Gelegenheit in jedem zweiten Jahr, je nach Anzahl der Gastplätze, am Austausch mit Schülern der Davis Senior High School teil zu nehmen. In den letzten Jahren waren es zwischen 18 und 26 Schülerinnen und Schüler, die diese Gelegenheit wahrnehmen konnten.

Dieser Austausch findet statt im Rahmen des German American Partnership Programs des Pädagogischen Austauschdienstes der Ständigen Konferenz der Kultusminister der BRD. Amerikanischer Partner ist eine Abteilung des Außenministeriums.

Unsere Partnerin in Davis waren seit Beginn die Damen Fetzer, Tournay und Floyd, allesamt Deutschlehrerinnen an der Davis Junior oder Senior High School.

Seit mehr als einem Dutzend Jahren ist es Frau Lili Floyd, deren Bemühungen wir die Tatsache zu verdanken haben, dass dieser Austausch noch möglich ist und sich trotz sinkender Zahlen bei Schülerinnen und Schülern, die Deutsch als Fach belegen, halten konnte.

Alle zwei Jahre fahren ca. 20 Schülerinnen und Schüler also zu Gastfamilien nach Davis. Sie bleiben dort 4 Wochen, werden meist von zwei Lehrern begleitet und gehen mindestens zwei dieser 4 Wochen gemeinsam mit ihren Partnerschülern in die dortige High School.
Die erste Woche ist dort Easter oder Spring Break. Das heißt eine Woche Ferien, die unsere Schüler gänzlich in den Gastfamilien verbringen, womöglich auch mit Ihnen erste Fahrten in Kalifornien unternehmen.

Die zweite und dritte Woche sind ganz dem Schulbesuch und dem geselligen Leben mit den Partnerschülern, deren Umfeld und deren Familien gewidmet. In der letzten Woche wurde entweder ein mehrtägiger Ausflug nur der Waderner Schüler in eine der umliegenden Großstädte San Francisco oder Los Angeles unternommen oder, wie in den letzten Jahren, eine mehrtägige Wanderung im Yosemite Valley, einem der amerikanischen Nationalparks, der berühmt ist für seine Wasserfälle.

   

Im Mittelpunkt des Austauschs stehen also die Gastfamilie, die Freunde und Freundinnen der amerikanischen Partner, die Schule und die Stadt Davis. Sie bieten vielfältigste Gelegenheiten, sprachlichen und kulturellen Austausch konkret zu leben. Das ist der Sinn dieses Austausches. 

Ob in den kommenden Jahren der Austausch in seiner bisherigen Form überleben wird, ist offen. Deutsch als Fremdsprache ist nicht mehr so gefragt und ob unsere Partnerschule zukünftig noch eine eigene Deutschabteilung aufrecht erhält, wenn Frau Floyd in ihren wohlverdienten Ruhestand gegangen sein wird, bleibt ebenso offen.

Dennoch sind wir zuversichtlich und hoffen, dieses in den vergangenen zwei Dutzend Jahren für Hunderte unserer Schülerinnen und Schüler unvergessliche Erlebnis auch unseren kommenden Schülergenerationen erhalten bleibt.

siehe auch Bericht ...