(Presque) rien ne va plus de soi… (Fast) nichts mehr ist selbstverständlich … beim Austausch mit Frankreich

Die diesjährigen Brigitte Sauzay und Schuman 2 Programme

von Birgit Schommer, am HWG Betreuungslehrerin der Französisch Individualaustausche mit Frankreich

Die Zahlen waren rekordverdächtig: Nach kräftig gerührter Werbetrommel meldeten sich 20 (!) SchülerInnen aus den Klassenstufen 8 und 9 zum Schuman Austausch 2013 an. Der Andrang war auch deshalb so groß, weil nun schon seit einigen Jahren weder der Gruppenaustausch über die Städtepartnerschaft Wadern-Montmorillon noch der sieben Jahre lang gut funktionierende Klassenaustausch mit dem Metzer Collège Jules Lagneau zustande gekommen ist. An den französischen Schulen, auch in Lothringen, wird es zunehmend schwerer, Deutschlehrende wie –lernende zu einem Sprachaustausch mit Deutschland zu motivieren.

Dafür boomt der Individualaustausch, den Bildungsministerien der Großregion Saarland, Rheinland-Pfalz, Lothringen, Luxemburg und Belgien seit einigen Jahren sehr unbürokratisch und praktisch kostenfrei anbieten. Die Eltern fahren ihr Kind (und das sind die einzigen anfallenden Kosten) zur Gastfamilie, die kommt 2 Wochen für das Kind auf und umgekehrt. Es gibt kein großartiges Programm, aber das ist auch nicht nötig: Das Kommunizieren in der Fremdsprache beansprucht erstmal alle verfügbaren Kräfte, aber endlich macht das Erlernen dieser schwierigen Sprache Sinn, zum Beispiel, weil man wissen will, was es am Abend zu essen gibt oder was am Wochenende unternommen werden soll. Nebenbei sammeln die Jugendlichen wertvolle Alltagserfahrungen in der Familie und Schule des Gastlandes. Von den 20 am HWG angemeldeten fuhren dann schließlich vor den Herbstferien18 für zwei Wochen nach Frankreich und Luxemburg. Zwei davon waren nach 4 Tagen schon wieder zurück. Heimweh oder zu wenig freundliche Aufnahme in der Gastfamilie oder –schule, vielleicht auch beides oder nichts davon, wer weiß. Es müssen ja schon einige Faktoren zusammenkommen, dass ein solch ebenso heiß ersehnter wie insgeheim vielleicht auch gefürchteter Aufenthalt abgebrochen wird. Die Familien, die kurzerhand ihre Kinder wieder aus Frankreich abholen mussten, haben es sich mit der Entscheidung sicherlich nicht leicht gemacht. Diejenigen aber, die durchhielten, kamen mit durchweg positiven Erfahrungen zurück und mit einem angenehm flüssigeren Französisch. Nach den Herbstferien wurde in einigen Klassen plötzlich ein äußerst flüssiges Französisch parliert: 17 frankophone GastschülerInnen waren zum Gegenbesuch ans HWG gekommen. Nur eine hatte keine Lust gehabt, den nach 4 Tagen abgebrochenen Besuch ihrer deutschen Austauschpartnerin zu erwidern. Doch wieder waren nach kurzer Zeit Verluste zu beklagen: 2 brachen nach 4 bzw. 7 Tagen ab. Nun ist eine solche Schlappe nicht das Ende der Welt. Dennoch hat die Sache für die jeweils betroffenen, ob Selbstabbrecher oder vom Abbruch des Gastes betroffene, einen bitteren Nachgeschmack. Aber wie solches zukünftig verhindern? Wir LehrerInnen, ob in Fach- oder Klassenleitung, können nur Empfehlungen der BewerberInnen aufgrund ihres Verhaltens in der Schule aussprechen. Manchmal kennen wir die Kinder erst seit einem halben Jahr. Letztlich muss die Familie entscheiden, ob der Nachwuchs zwei Wochen im Ausland „packt“, auch wenn es nicht gleich so ist wie zu Hause. Eine zumindest zufrieden stellende Sprachbeherrschung ist Grundvoraussetzung, sowie Flexibilität und die Bereitschaft, auf Menschen zuzugehen und nicht zuletzt eine gewisse Selbstständigkeit. Immerhin haben sich 18 Jugendliche unserer Schule was getraut, und egal, wie es dann jeweils ausging: eine wichtige Selbsterfahrung war’s allemal. Eine einzige Schülerin des HWG traute sich besonders viel. Magdalena Schmitt aus der Klasse 10 verbrachte ganze zwei Monate in Südfrankreich. Und wie war’s, Magdalena? Chic war’s wahrscheinlich nicht, aber dafür … SEHR COOL!

Hier Magdalenas Bericht:

Zwischen den Sommer- und Herbstferien habe ich zwei Monate im Rahmen des Schüleraustausches Brigitte Sauzay in Südfrankreich verbracht. Das Programm des Austausches hat vorgesehen, dass ich nach der Einsendung meiner Bewerbung an das saarländische Kultusministerium eine Austauschschülerin (aus der Nähe von Montpellier) zugeteilt bekomme. Nachdem auch ich die Bewerbung meiner Austauschschülerin zugeschickt bekommen hatte, habe ich mich mit Aymie, meiner „Corres“, in Verbindung gesetzt und selbst die Dauer und den Zeitpunkt meines Austausches bestimmt. Aymie kam schon im letzten Schuljahr für drei Monate zu mir und zu Beginn dieses Schuljahres bin ich dann nach Frankreich gefahren. Ich ging in Nîmes zur Schule, in ein „Lycée“ und erlebte dort den extrem langen Schulalltag. Zu Beginn war es ein bisschen komisch, da ich ja noch niemanden kannte und noch nicht so viel auf die Leute zugegangen bin. Da sich in der Klasse aber sowieso nur wenige Leute untereinander kannten, weil sich die Stufe in diesem Jahr neu gemischt hatte, war das nicht so schlimm. Ich habe eigentlich alle Mitschüler mir gegenüber als sehr offen und nett erlebt, wurde gut aufgenommen und so war ich am Ende der Zeit fast wie eine „normale“ Mitschülerin (am Ende hielt mich eine Lehrerin sogar für eine Französin). Viele Gewohnheiten in der Schule sowie auch in meiner Gastfamilie waren allerdings neu (das habe ich am Anfang vielleicht ein bisschen unterschätzt). In meiner Gastfamilie zum Beispiel gab es ganz andere Essensgewohnheiten als zuhause, wir haben viel seltener aber dafür mehr gegessen. Meine Nachmittage habe ich meistens nicht wie in Deutschland mit Freunden oder mit Hobbys verbracht, sondern in der Schule. Falls ich mal nicht in der Schule war, musste ich für die Schule lernen oder bin in die nächste große Stadt gefahren. Da ich eine Busfahrkarte hatte, war ich ziemlich flexibel. Insgesamt war ich viel mehr auf mich selbst gestellt, was aber auch gut war, denn in der Zeit habe ich gelernt, viel selbstständiger zu leben. Ich bin froh den Austausch gemacht zu haben da ich durch den Umgang mit anderen, anfangs fremden Menschen. viele neue Erfahrungen gesammelt habe und natürlich war der Austausch auch gut für mein Französisch. Zum einen weil ich, um mich generell zu verständigen Französisch reden musste. Zum anderen hatte ich ja täglich den Unterricht auf Französisch und habe mich auch bemüht mitzuarbeiten.

Auch den Auszügen aus Niklas Richters Schuman Besuchstagebuch kann man entnehmen, dass es trotz globalisierter Welt doch noch Unterschiede zwischen dem französischen und dem deutschen Alltag gibt. So weiß Niklas jetzt zum Beispiel, dass in französischen Schwimmbädern Badekappen und kurze Badehosen (und keine Shorts) Vorschrift sind, dafür aber in den französischen Mac Doofs, pardon Macdos der Mc Flurry bis ganz obenhin gefüllt ist. Frankreich ist eben immer (noch) eine Reise wert!

Hier Niklas Bericht:

Anreise, samedi

Wir fuhren mit dem Auto gut anderthalb Stunden bis nach Nancy, wo Hugo mit seinen Eltern und seinen zwei Brüdern, Eliott und Timothée, wohnt. Nachdem wir unsere Gastgeschenke abgegeben hatten, aßen wir gemeinsam draußen auf der Terrasse Zum Abschluss gabs viel Käse (wie nach jedem Essen). Meine Eltern fuhren und wir spielten erstmal Play Station. Sehr schnell hab ich mich dort eingelebt und der erste Tag ging mit viel Freude vorbei.

1. Schultag, lundi

Ich stand um 7 Uhr auf und frühstückte. Gegen halb 9 kamen wir im Collège Jacques Callot an. Die Lehrer schrien an diesen Tag sehr viel. Leider hat man mich außer in Deutsch und Englisch nie in den Unterricht mit einbezogen. Dementsprechend langweilig war es dann auch für mich. Mittags mussten wir 25 Minuten vor der Cafeteria wegen des großen Andrangs hungriger Schüler anstehen. Das Essen war auf jeden Fall üppiger und genießbarer als erwartet. Und ich fand’s besser als in unserer Mensa. Schule ging an dem Tag bis fünf Uhr. War danach müde und schlief gut.

2. Schultag, mardi

Ich freute mich darauf, mit den anderen Schülern zu reden. Die Jungen verstand ich insgesamt schlechter als die Mädchen, sie sprachen undeutlicher und waren weniger bemüht, langsamer zu reden. Wenn nichts half, sprachen wir auch eine Mischung aus Englisch und Französisch.

2. Schulwoche, 2ième semaine

Der Unterricht war zwar immer noch langweilig, aber in den Pausen hatten wir uns viel zu erzählen. Ich bin auch nicht mehr nur in der Nähe von Hugo geblieben, sondern habe mich mit den anderen Schülern gut austauschen können.

Abreise, vendredi

Hugo, Timothée, Eliott und ich spielten ein letztes Mal zusammen Gitarre. Ich habe versucht, allen ein einfaches Lied beizubringen. Hat aber nur bei Hugo und Timo geklappt, da sie Gitarre und E-Bass spielen. Eliott spielt Klavier und Saxophon. Immerhin konnte ich ihm auf dem Klavier das einzige Lied, das ich kann, und auf dem Saxophon eine Technik beibringen. Als es irgendwann klingelte, war auf der einen Seite froh, auf der anderen Seite, sehr traurig wieder zu fahren. Ich begrüßte meine Familie und wir aßen Kuchen (mit Löffeln). Dann verabschiedeten wir uns und fuhren nach Hause.

Zum Schluss, en francais, Lea Mees’ Beschreibung ihres Tagesablaufs

Ma journée en France de Lea Mees, 8a

Je me suis levée à 7h05, sauf le jeudi, où Anna commence plus tard. Nous avons pris le petit-déjeuner ensemble. Ensuite je me suis brossé les dents. Après, les copines de Anna sont arrivées avec leur corres. Nous sommes allées au collège. Là-bas, nous avons eu cours jusqu'à 16h35, mais c'est toujours différent. Quand nous n'avons pas cours jusqu'à 16h35, il faut aller en pernamence. Mais Anna et moi nous n'y sommes jamais allées, parce que Anna habite près du collège. À la maison nous avons pris un goûter. Ensuite nous avons fait des devoirs, parfois seules, parfois ensemble. Le mercredi et le jeudi j’ai accompgné Anna a un cours de danse, et le lundi et le vendredi elle fait un cours de natation. À la danse j'ai dansé aussi, mais à la piscine je n'ai pas nagé. Nous avons souvent joué à quelque chose, par exemple “Mensch ärger dich nicht” ou “Patience 4” ou “Memory”. Puis nous avons mange, toujours chaud. Après je suis allée me doucher. Ensuite je me suis couchée. FIN