HWG – Lycée Provincial du Nayala

Eine ungewöhnliche Schulpartnerschaft

Die neue Bibliothek der Partnerschule
Straße in Toma

Seit 15 Jahren gibt es partnerschaftliche Beziehungen zwischen Wadern und Toma, einer Kleinstadt in Burkina Faso (Westafrika). Aus dieser Städtepartnerschaft ergaben sich1996 freundschaftliche Beziehungen zwischen den Gymnasien der beiden Städte. Die Stadt Toma ist Kreisstadt der Provinz Nayala, hat ca. 12000 Einwohner und eher dörflichen Charakter. Alle Straßen und Wege sind unbefestigt, auch der große Marktplatz im Zentrum des Ortes. Hier werden hauptsächlich die geringen Überschüsse der kleinflächigen Landwirtschaft angeboten. Man sieht kaum Autos, wohl aber viele Fahrräder und Mofas.

Das Trinkwasser wird meist aus offenen Brunnen entnommen; Viehtränke und Waschtrog werden damit gespeist. Nur die drei Tiefbrunnen sind abgedeckt. Das Wasser wird mit Hand- oder Fußpumpen gefördert. Seit 2006 ist die Stadt an das öffentliche Stromnetz angeschlossen.

Wo es keine Brunnen gibt, wird das Trinkwasser an stehenden Gewässern entnommen, wie hier in der Nähe von Ouri im Norden Burkinas
   

Die Schulpartnerschaft mit dem LPN

Die Lehrer Albert Räsch und Mathias Wolbers waren Anfang 2009 erneut in Toma. Dabei übergaben sie den Schülern der Partnerschule in drei großen Koffern 70 kg Schreibmaterial, das von unseren Schülern vor Weihnachten gespendet worden war. Außerdem überreichten sie dem neuen Schulleiter Paulin Toé einen Scheck über 2000 Euro, der dazu verwendet werden soll, die Schule ans Internet anzubinden. Über den neuen HWG-Schulkalender freuten sich die afrikanischen Lehrer besonders, denn diesmal waren auch zwei Zeichnungen ihrer Schüler abgedruckt.

Schüler der Klasse 6a beim Sortieren und Einpacken von Büromaterial für die Partnerschule
Scheckübergabe an Schulleiter Paulin Toé
SchülerInnen einer Deutschklasse
Auf den Schulhof des LPN verirrt sich oft auch Vieh aus der Nachbarschaft

Es gibt mehrere weiterführende Schulen im Ort. Mit über 1000 Schülerinnen und Schülern ist das staatliche Lycée Provincial du Nayala (LPN) das größere der beiden Gymnasium Die Schüler kommen aus der ganzen Provinz und müssen oft weite Schulwege zurücklegen oder wohnen bei Verwandten vor Ort. Etwa ein Drittel der Schüler sind Mädchen – ein hoher Anteil für burkinische Verhältnisse. Zwischen 35 und 100 Schüler werden pro Klasse unterrichtet, denn der Staat stellt nicht genügend Lehrkräfte ein. Die Klassenräume sind schlicht eingerichtet, an Unterrichtsmaterialien mangelt es ständig. Viele Schüler der weiterführenden Schulen wachsen als Halb- oder Vollwaisen auf oder können das Schulgeld (am LPN ca. 55 Euro im Jahr) nicht aufbringen. Seit einigen Jahren übernimmt das HWG für etwa 35 von ihnen diesen Betrag und eine Grundausstattung mit Schulmaterialien. Durch so genannte “Lebensläufe” wurde am HWG so viel Geld “erlaufen”, dass das gesamte Schulgelände eingezäunt und eine Bibliothek gebaut werden konnte.

   

Eindrücke aus Toma

Am Straßenrand suchen Hunde, Schweine und Ziegen nach etwas Fressbarem. Bis zum Einbruch der Dunkelheit herrscht reges Leben auf und an den Straßen. Die Menschen wohnen vielfach in kleinen Gehöften, durch eine Mauer von der Straße getrennt. Der Ort hat eine Poststation, eine Tankstelle, einige wenige Geschäfte, eine große katholische Kirche und verschiedene Verwaltungseinrichtungen. Am Rande der Stadt befindet sich ein äußerst dürftig eingerichtetes Krankenhaus mit einer Kleinkinderstation.
Die Menschen in Toma sind lebhaft, hilfsbereit, neugierig und aufgeschlossen. Sie lieben Feste, Musik und traditionelle Tänze.

Kinder auf der Hauptstraße in Toma
   

Artefakte aus Toma

Seidenmalerei
Recycling-Spielzeugmotorrad