Ein roter Faden durch die griechische Mythologie

Die Theater-AG trac am Hochwald-Gymnasium in Wadern feiert am 31. Mai 2012 Premiere mit ihrem neuen Theaterstück „Ariadne im Labyrinth“

Der antike Chor probt noch heftig an Choreografie und zugehörigem Text, die 18 Mädchen und Jungs aus den Klassenstufen 5 bis 8 wuseln über die Bühne, sprechen die Sätze mal im Einklang, mal versetzt, was einen interessanten Echoeffekt erzeugt, während sechs Amazonen samt Amazonenkönigin unbeeindruckt vn all dem Lärm am Bühnenrand sitzen und an den Leopardendetails ihrer Kostüme basteln. So oder so ähnlich sehen im Moment die Proben der trac Theater-AG am HWG Wadern aus, die 2004 durch ihre „Lateinabende“ von sich reden machte, zwischendurch sich anderer Themen annahm, in diesem Jahr sich aber wieder ein klassisches Thema aus der griechischen Mythologie vorgenommen hat. Nachdem der Andrang auf die AG zu Beginn des Schuljahres enorm war, beschlossen AG-Leiterin Birgit Schommer, Lehrerin für Latein, Französisch und Darstellendes Spiel am HWG, und Martin Huber, Schauspieler und Regisseur, der seit 2009 die Inszenierungen am HWG leitet, alle 44 Theaterbegeisterten in kleinen, mittleren und großen Rollen ins Stück zu integrieren.

Hier in Kurzform die Handlung:

Eigentlich wäre die Geschichte der kretischen Prinzessin Ariadne schnell erzählt:

Athen ist Kreta gegenüber tributpflichtig und muss alle neun Jahre sieben Mädchen und sieben Jungen auf die griechische Insel schicken, wo sie von dem stierköpfigen Monster Minotaurus gefressen werden. Als eines Tages der Athener Prinz Theseus auf Kreta antaucht, um Minotaurus, der in einem Labyrinth lebt, zu töten, verliebt sich Ariadne in ihn und gibt ihm einen Wollfaden, mit dessen Hilfe er nach vollbrachter Heldentat wieder aus dem Labyrinth findet. Als Gegenleistung nimmt er Ariadne bei seiner Flucht von Kreta mit, lässt sie aber, schwanger und ihrer bereits überdrüssig, auf der Insel Naxos zurück. Dort findet sie Dionysos, der Gott des Weines, der sich sofort in sie verliebt und vom Fleck weg heiratet.

Doch bevor es dazu kommen kann, beschließt die unglückliche Ariadne, ihr Schicksal als verlassene Geliebte nicht anzunehmen und tauscht mit ihrer Schwester Phädra die Rollen, die schon lange ein Auge auf Theseus geworfen hat, und nun ihre Chance wittert, es besser als die Schwester zu machen.

Pasiphae mischt sich zänkisch ein, die unglücklich mit König Minos verheiratete Mutter der beiden, und auch die unentwegt auf ihren Mann Jason wütende Medea, die einst vergeblich versucht hatte, Theseus zu vergiften. Auch sie tauschen die Rollen, um endlich ihrer Männer „Frau“ zu werden.

Als die (Maul-) Helden Theseus, Jason, Herakles und Minos großspurig mit ihren Frauengeschichten und Heldentaten zu prahlen beginnen, ruft das weitere Frauengestalten auf den Plan. Sie alle sind es leid, in den Geschichten der Antike immer nur als geschwängerte und verlassene Anhängsel ihrer ach so heldenhaften Männern Erwähnung zu finden. Verzweifelt und unfreiwillig komisch ergründen sie die Irrwege ihrer Randexistenzen, denen auch kein Dädalus, der geniale Erbauer des kretischen Labyrinths, helfen könnte. Auf diese Weise vermengen sich alle möglichen tragischen Frauengeschichten, bis ein unentwirrbares Geflecht entstanden ist, in dem der rote Faden der Ariadne-Geschichte vorübergehend verloren geht.

Die Frauen gründen eine Frauenselbsthilfegruppe unter Leitung der ebenfalls stark vom ihrem fremdgängerischen Ehemann Zeus gebeutelten Göttin Hera und proben den Aufstand, was die Herren der Schöpfung in Panik geraten lässt, sodass das Labyrinth erneut zum Einsatz kommt.

Bis Ariadne ihr Glück und den roten Faden wieder findet, gerät die ganze antike Gesellschaft noch in einige dramatische Turbulenzen.

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